PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNach DrohnensichtungRüstungsunternehmen ausgekundschaftet – Haftbefehl gegen 37-JährigenStand: 17.07.2026Lesedauer: 2 MinutenSpionage-Verdacht in MünchenQuelle: Felix Hörhager/dpaÜber dem Gelände eines Rüstungsbetriebs in München wurde eine Drohne gesichtet. Die Generalstaatsanwaltschaft ermittelt wegen Spionage – und hat einen Verdächtigen festgenommen.Die Generalstaatsanwaltschaft München hat einen Haftbefehl wegen Spionageverdachts gegen einen 37-jährigen moldauischen Staatsangehörigen erwirkt. Der Verdächtige soll am Mittwoch ein deutsches Rüstungsunternehmen mit einer Drohne ausgekundschaftet haben. Dabei habe er sicherheitsrelevante Videoaufnahmen angefertigt, um sie an eine ausländische Stelle oder eine verbotene Vereinigung weiterzugeben. Das teilte die Generalstaatsanwaltschaft mit. Der Beschuldigte befinde sich in Untersuchungshaft in einer bayerischen Justizvollzugsanstalt.Nach WELT-Informationen soll die Drohne über dem Gelände des deutsch-französischen Rüstungskonzerns KNDS (ehemals KMW+Nexter) in München gesichtet worden sein. An dem Standort werden demnach unter anderem gemeinsam mit Rheinmetall der Kampfpanzer Leopard 2, die Panzerhaubitze 2000 sowie Aufklärungsfahrzeuge produziert. KNDS gehört zu den wichtigsten europäischen Rüstungsunternehmen und spielt bei der militärischen Unterstützung der Ukraine sowie beim Ausbau der Verteidigungsfähigkeit der Nato eine zentrale Rolle. Der Konzern produziert für mehrere europäische Streitkräfte, Fahrzeuge und Technik, die teils auch in der Ukraine eingesetzt werden. Zugleich arbeitet KNDS an neuen Artillerie- und Landsystemen und baut seine Produktionskapazitäten kontinuierlich aus.Der Münchner Standort gilt dabei als Schlüsselstandort des Unternehmens. Hier befinden sich zentrale Entwicklungs- und Produktionskapazitäten, die in den kommenden Jahren nochmals deutlich erweitert werden sollen. Erst vor wenigen Tagen vereinbarten Deutschland und Frankreich zudem den Einstieg der Bundesregierung bei KNDS. Der Bund soll künftig 40 Prozent der Unternehmensanteile halten und gemeinsam mit Frankreich die strategische Entwicklung des für die europäische Verteidigungsindustrie bedeutenden Konzerns steuern.BKA: 60 neue sabotagerelevante Straftaten Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte zuletzt deutschlandweit 60 neue sabotagerelevante Straftaten und Ausspähungsfälle registriert. Rüstungsunternehmen und Geräte der Bundeswehr machten demnach einen Schwerpunkt der Vorfälle aus. Das ging aus dem Lagebild Sabotage für das erste Quartal dieses Jahres hervor. WELT AM SONNTAG berichtete exklusiv. Drohnen-Überflüge waren kein Teil des Lagebilds, sie werden in einer gesonderten Aufstellung analysiert.Lesen Sie auchBKA-Chef Holger Münch sagte WELT AM SONNTAG: „Wir arbeiten intensiv daran, Drohnen zuverlässiger zu erkennen und kritische Infrastruktur besser zu schützen. Zunächst müssen wir sicher feststellen können, ob es sich tatsächlich um eine Drohne handelt. Deshalb investieren wir in moderne Detektionstechnik und testen gemeinsam mit Forschungseinrichtungen verschiedene Abwehrsysteme.“ Entscheidend sei, besonders gefährdete Einrichtungen dauerhaft besser zu sichern.Münch verwies unter anderem auf Russland, das „Wegwerfagenten“ für Sabotagezwecke nutze. „Die eigentlichen Ausführenden sind nicht die Auftraggeber. Gleichwohl zeigen die Indikatoren in diesen Fällen in Richtung Russland.“