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Der Chefökonom: Japan und Deutschland – zwei ergraute Riesen Japan und Deutschland ringen um den Platz der drittgrößten Ökonomie der Welt. Beide Volkswirtschaften stehen vor ähnlichen Problemen, aber Japan geht diese Aufgabe klüger an.
Bert Rürup ist Chefökonom des Handelsblatts. Foto: Getty Images [M]Düsseldorf. Die Bevölkerung altert rapide, einstige Vorzeigebranchen wie die Automobilindustrie haben auf den Weltmärkten an Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt, die rohstoffarme Volkswirtschaft ächzt unter den gestiegenen Energiepreisen, und die Wirtschaft wächst allenfalls in homöopathischen Raten. Und nun soll ein gigantisches schuldenfinanziertes staatliches Investitionsprogramm das Land wieder nach vorn bringen. Gemeint ist nicht etwa Deutschland, sondern der langjährige politische Partner und wirtschaftliche Rivale Japan, das Land, das 2023 von Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst wurde.Ende Juni konkretisierte die konservative Regierung unter Ministerpräsidentin Sanae Takaichi ihre industriepolitische Wachstumsstrategie: Bis 2040 sind Investitionen in Höhe von gut zwei Billionen Euro in 17 ausgewählte Zukunftsbranchen geplant, darunter Künstliche Intelligenz, Halbleiter, Quantentechnologie, Rechenzentren, Energiespeicher, Kernfusion, Raumfahrt, Schiffbau sowie die Unterhaltungsindustrie. Für alle diese Bereiche wurden Investitionsziele festgelegt, an denen sich Unternehmen orientieren können, genauer gesagt: sollen.Was wie Planwirtschaft anmutet, hat in Japan Tradition. Das 1949 gegründete – einst – mächtige Ministerium für Handel und Industrie (MITI) war lange Zeit Hirn und Herz der Japan AG. Dieses Superministerium war in der Nachkriegsgeschichte Architekt der Industriepolitik und zugleich Förderer, Regulierer und Schlichtungsinstanz innerhalb des industriellen Sektors. Das MITI unterstützte den Aufbau von strategischen Industrien, schützte diese vor Importkonkurrenz, half bei der Lizenzierung ausländischer Technologien, erleichterte den Zugang zu Devisen und begleitete Fusionen. Auf Druck der USA und der Welthandelsorganisation musste das MITI in den 1980er-Jahren Maßnahmen zur Marktöffnung und Importförderung umsetzen. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt






