Der Student, der in einem Frankfurter Club kellnert, ist froh über den Job, mit dem er sein Studium finanziert. Rund 600 Euro verdient er für 40 Stunden im Monat. Dass er brutto für netto erhält, freut ihn dabei besonders. Dank guter Trinkgelder kommt er wie viele in der Gastronomie Beschäftigte noch auf deutlich mehr. Für seine Chefin ist der junge Mann aber keine ganz so billige Arbeitskraft, denn sie muss schon jetzt auf das Salär knapp ein Drittel an Steuern und Abgaben zahlen. Mancher hätte daher lieber Vollzeitkräfte, weil für sie die Abgaben mit 20 bis maximal 23 Prozent geringer sind.Doch viele Arbeitgeber nehmen die höheren Kosten gerne in Kauf, weil sie die Minijobber flexibler einsetzen können als die meisten fest angestellten Kräfte. Und Flexibilität ist gerade da, wo es um saisonales und wetterabhängiges Geschäft geht, aber auch da, wo Ausfälle durch Urlaub und Krankheit überbrückt werden müssen, essenziell. Große Unternehmen brauchen diesen Spielraum, vor allem aber kleine und kleinste Unternehmen.Innenstädte drohen weiter zu verödenUnd das gilt ganz besonders für Branchen wie das Gast- und Veranstaltungsgewerbe und den Einzelhandel, die derzeit ohnehin unter der Sparsamkeit der Menschen, Konkurrenz aus dem Onlinehandel und hohen Energiekosten leiden. Wer nicht will, dass Innenstädte weiter veröden und Gasthäuser auf dem Land dichtmachen, der sollte gut überlegen, ob man gerade diesen Branchen die Chance auf die flexible Personalplanung nehmen sollte.Natürlich gibt es auch Argumente, die gegen Minijobs sprechen. So manche Arbeitnehmerin – denn häufiger sind es Frauen – arbeitet in Teilzeit und hat nebenher einen für sie abgabenfreien Minijob, weil sie so in Summe mehr verdient als mit einem Vollzeitvertrag. Auch die Tatsache, dass fast die Hälfte der Minijobber nur einen solchen Job hat und möglicherweise auf Wohngeld und andere Leistungen der Jobcenter angewiesen ist, ist ein stichhaltiges Argument gegen diese Form von Arbeit.Doch die Hoffnung, dass dem Arbeitsmarkt Heerscharen von Fachkräften zur Verfügung stehen würden, wenn man die Minijobs abschaffte, dürfte sich nicht erfüllen. Und allzu viele Unternehmer stünden dann ohne die dringend benötigte Hilfe da. Das wäre das falsche Signal in einer Zeit, in der schon viel auf der Kippe steht. Sinnvoller wäre es wohl, wenn Minijobber sich nicht von der Einzahlung in die Rentenkasse befreien lassen könnten und mit Ausnahme von Schülern und Studenten wie alle anderen zusammen mit den Arbeitgebern in die Sozialsysteme einzahlen würden. Das würde das Minijob-Salär schmälern, was wiederum Anreiz sein könnte, sich doch nach einem regulären Job umzuschauen.