Das rechtspopulistische Hetzportal „Nius“ und die sozialen Netzwerke überschlagen sich mit irren Verschwörungserzählungen zum Fall Stade.
Nach der Gewalttat: Während Menschen in Stade trauern, treibt „Nius“ Verschwörungsideologien durch die Kleinstadt
Bodo Marks/dpa
D er Fall Stade, wo ein Mann sechs Sozialarbeiter*innen erschossen hat, ist mir – aus verschiedenen, persönlichen Gründen – sehr nahe gegangen. So nah, dass ich am liebsten überhaupt nichts mehr darüber schreiben wollte und froh war, in den Urlaub entschwinden zu können. Leider hat das rechtspopulistische Hetzportal „Nius“ nun dafür gesorgt, dass sich in Hannover eine bizarre Neuauflage der „Verlorenen Ehre der Katharina Blum“ abspielt.
Ich verkneife es mir hier, ihren Namen oder irgendwelche Details auch nur in abgekürzter Form zu verwenden – die junge Frau hat mit ihrer Familie genug auszustehen, weil die Trolle natürlich nicht locker lassen, wenn sie einmal Beute wittern. Nur so viel: Sie trägt den gleichen Namen wie die Frau, die „Nius“ als „Mitbewohnerin“ des mutmaßlichen Täters von Stade tituliert. Sie wohnt halt bloß in einer anderen Umlandkommune. Aber mit solchen Details halten sich versierte Pseudo-Rechercheure natürlich nicht auf.








