PfadnavigationHomePanoramaUnwetter„Superzelle“ richtet große Schäden in Baden-Württemberg an – ein Todesopfer und VerletzteStand: 17.07.2026Lesedauer: 3 MinutenOrkanböen, heftiger Starkregen und große Hagelkörner: Heftige Gewitter sind über Baden-Württemberg gezogen und haben Schäden verursacht. Die Feuerwehr in Ulm etwa berichtete von herabfallenden Ästen und Dachziegeln.In Baden-Württemberg hinterlassen schwere Unwetter Schäden an Gebäuden. Eine sogenannte „Superzelle“ brachte starke Windböen und Hagel. Nach ersten Erkenntnissen gibt es ein Todesopfer.Schwere Unwetter haben in weiten Teilen Baden-Württembergs ihre Spuren hinterlassen und nach ersten Erkenntnissen ein Todesopfer und Verletzte gefordert. In Karlsruhe erschlug ein während eines Gewitters umstürzender Baum einen Menschen, wie die Polizei mitteilte. Weitere Angaben zu dem Todesfall gibt es bislang nicht. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren in der gesamten Stadt im Einsatz, die Branddirektion sprach von mehr als 250 witterungsbedingten Einsätzen am Abend und in der Nacht.Laut einem Polizeisprecher des Präsidiums Karlsruhe gab es zwischen 19 und 23 Uhr Überflutungen und Überschwemmungen, Ampeln und Autos wurden beschädigt. Zudem wurden Radfahrer und ein Kind von herabfallenden Ästen getroffen und leicht verletzt. Die Stadt hatte wegen der anhaltenden Ausnahmesituation eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, um die zahlreichen Einsätze zentral zu koordinieren.Der Deutsche Wetterdienst sprach am Donnerstag von einer sogenannten Superzelle, die sich am Nachmittag von Echterdingen bei Stuttgart bis nach Ulm geschoben habe. Die Superzelle hatte starke Windböen und bis zu fünf Zentimeter große Hagelsteine im Gepäck, wie ein Sprecher berichtete. Menschen hätten von abgebrochenen Ästen und Schäden an Häusern berichtet. Auch an der Ostalb habe es gewittert, allerdings nicht so kräftig, so der DWD-Experte. Am Freitag müssten die Menschen im Land weiterhin mit Unwetter rechnen.Auch andernorts hatten die Einsatzkräfte viel zu tun: In Pforzheim zählte die Polizei rund 30 Unwettereinsätze bis in die Nacht. Bäume stürzten um und Gullydeckel wurden hochgespült. Verletzt wurde niemand. Im Gebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg war laut einer Polizeisprecherin „einiges los wegen Unwettern“. Es gab demnach rund 70 Einsätze, unter anderem wegen heruntergefallener Dachziegel und vollgelaufener Keller. In Besigheim (Landkreis Ludwigsburg) schlug nach ersten Erkenntnissen ein Blitz in ein Dach ein und löste einen Brand aus. Dabei wurden Menschen leicht verletzt. Auf der Autobahn 8 in Schwaben kam es zu sechs Unfällen durch Aquaplaning. Eine Person wurde dabei am Donnerstagabend schwer verletzt, zwei weitere leicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Unfälle ereigneten sich demnach zwischen den Anschlussstellen Burgau (Landkreis Günzburg) und Günzburg in Fahrtrichtung Stuttgart. Wie viele Fahrzeuge beteiligt waren, war laut dem Sprecher unklar.Baum stürzt auf Campingfahrzeug mit FamilieIm Rems-Murr-Kreis entstand durch umstürzende Bäume auf ein Gebäude ein Schaden von rund 100.000 Euro. Insgesamt gab es etwa 50 Einsätze, die der Polizei bekannt waren. Im Einsatzgebiet des Polizeipräsidiums Offenburg gab es am Abend eine einstellige Zahl an Einsätzen. Glimpflicher kam der übrige Südwesten davon: Andere Polizeipräsidien meldeten keine oder nur vereinzelte kleinere Schäden.Lesen Sie auchIn Kressbronn (Bodenseekreis) stürzte ein Baum auf mehrere Campingfahrzeuge. Der etwa 30 Meter lange Baum sei am Mittwochnachmittag in der Mitte durch Sturmböen abgebrochen, sagte ein Polizeisprecher. Der Stamm sei daraufhin auf die Fahrzeuge gestürzt. In einem der betroffenen Wohnmobile habe sich zu dem Zeitpunkt eine Familie befunden. Sie konnte sich selbstständig befreien und ins Freie retten. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand. In der Gemeinde Neckartailfingen im Kreis Esslingen brach ein Carport zusammen und stürzte und auf vier Fahrzeuge. Die Polizei sprach von einem geschätzten Sachschaden von 60.000 bis 70.000 Euro.Auch heute werden vielerorts in Deutschland kräftige Gewitter und schauerartiger Regen erwartet, nur im Nordwesten soll es meist trocken bleiben. Bereits der Morgen beginnt stellenweise mit Schauern und einzelnen Gewittern, wie die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) vorhersagen. Ab Mittag ziehen vom Südwesten und Süden über die Mitte bis in den Nordosten verbreitet Schauer und teils kräftige Gewitter auf. Lokal bestehe Unwettergefahr durch heftigen Starkregen, Hagel und Sturm.Der DWD erwartet teils Unwetter mit 25 bis 40 Litern Niederschlag je Quadratmeter in kurzer Zeit. Örtlich seien auch extreme Unwetter mit Mengen um 50 Liter je Quadratmeter mit Überschwemmungen und vollgelaufenen Kellern nicht ausgeschlossen. lay mit dpa