Schwere Unwetter haben in weiten Teilen Baden-Württembergs ihre Spuren hinterlassen – nach ersten Erkenntnissen gab es ein Todesopfer und mehrere Verletzte.In Karlsruhe erschlug ein während eines Gewitters umstürzender Baum einen 60 Jahre alten Radfahrer, wie die Polizei mitteilte. Weitere Angaben zu dem Todesfall gab es zunächst nicht. Hunderte Einsatzkräfte von Feuerwehr und Technischem Hilfswerk waren in der gesamten Stadt im Einsatz, die Branddirektion sprach von mehr als 250 witterungsbedingten Einsätzen am Abend und in der Nacht.Laut einem Polizeisprecher des Präsidiums Karlsruhe gab es zwischen 19 und 23 Uhr Überflutungen und Überschwemmungen, Ampeln und Autos wurden beschädigt. Zudem wurden weitere Radfahrer sowie ein Kind von herabfallenden Ästen getroffen und leicht verletzt. Die Feuerwehr war unter anderem in Karlsruhe im Dauereinsatz. © IMAGO/Einsatz-Report24/IMAGO/Henry Mungenast / EinsatzReport2 Die Stadt hatte wegen der anhaltenden Ausnahmesituation eine sogenannte außergewöhnliche Einsatzlage ausgerufen, um die zahlreichen Einsätze zentral zu koordinieren. Superzelle sorgte in Baden-Württemberg für Chaos Auch andernorts hatten die Einsatzkräfte viel zu tun: In Pforzheim im Nordwesten Baden-Württembergs zählte die Polizei rund 30 Unwettereinsätze bis in die Nacht. Im Gebiet des Polizeipräsidiums Ludwigsburg war laut einer Polizeisprecherin „einiges los wegen Unwettern“. Es gab demnach rund 70 Einsätze, unter anderem wegen heruntergefallener Dachziegel und vollgelaufener Keller.In Besigheim (Landkreis Ludwigsburg nördlich von Stuttgart) schlug nach ersten Erkenntnissen ein Blitz in ein Dach ein und löste einen Brand aus. Dabei wurden mehrere Menschen leicht verletzt. Im Rems-Murr-Kreis entstand durch umstürzende Bäume auf ein Gebäude ein Schaden von rund 100.000 Euro. Insgesamt gab es etwa 50 Einsätze, die der Polizei bekannt waren.Am Donnerstagnachmittag hatte sich nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes eine sogenannte Superzelle von Echterdingen bei Stuttgart bis nach Ulm geschoben. Diese Superzelle hatte starke Windböen und bis zu fünf Zentimeter große Hagelsteine im Gepäck, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur berichtete.Menschen hätten von abgebrochenen Ästen und Schäden an Häusern berichtet. Ebenso habe es an der Ostalb gewittert, allerdings nicht so kräftig, so der DWD-Experte. Auch am Freitag müssten die Menschen im Land mit Unwetter rechnen. In Neckartenzlingen in Baden-Württemberg verwandelten dicke Hagelmassen die Straßen, Wiesen und Gärten mitunter in eine weiße Landschaft. © IMAGO/onw-images/IMAGO/Daniel Kessler Unwetterbedingte Einsätze auch in Bayern Auf der Autobahn 8 in Schwaben kam es zu einer Unfallserie mit sechs Unfällen durch Aquaplaning. Ein Mensch wurde dabei am Donnerstagabend schwer verletzt, zwei weitere Menschen leicht, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Unfälle ereigneten sich demnach zwischen den Anschlussstellen Burgau (Landkreis Günzburg) und Günzburg in Fahrtrichtung Stuttgart. Wie viele Fahrzeuge beteiligt waren, war laut dem Sprecher unklar.Auch in Saarbrücken haben Starkregen, Windböen und ein Blitzeinschlag die Feuerwehr am Donnerstagabend beschäftigt. Nach ihren Angaben mussten mehr als 50 Einsatzstellen abgearbeitet werden. Besonders betroffen war demnach der Osten von Saarbrücken mit dem Stadtteil Güdingen. In Wilburgstetten in Mittelfranken brannte am späten Donnerstagabend eine Scheune. © dpa/Tizian Gerbing Das sind die weiteren Wetter-Aussichten Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet am Freitag mit weiteren Gewittern – Unwetter sind nicht ausgeschlossen. Im Tagesverlauf seien bis auf den Nordwesten und Westen in weiten Landesteilen vermehrt Gewitter mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen oder auch Sturmböen möglich, heißt es in der am Morgen aktualisierten Vorhersage.Vor allem ab den Nachmittagsstunden bis in die Nacht zum Samstag hinein könne es auch zu Unwettern kommen mit Starkregen von mehr als 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit. Hagel und Sturm seien nicht ausgeschlossen.In der Osthälfte bis in die mittleren Landesteile könnten örtlich auch extreme Unwetter auftreten. Im Südwesten und Süden seien großer Hagel von über drei Zentimeter Durchmesser und schwere Sturm- bis Orkanböen möglich.(dpa/AFP/mira)
Superzelle sorgte für schwere Unwetter: Radfahrer stirbt in Karlsruhe – weitere Gewitter und Starkregen erwartet
Entwurzelte Bäume, herabgestürzte Äste, vollgelaufene Keller: In Baden-Württemberg und Bayern kam es zu schweren Unwettern. Meteorologen rechnen mit weiteren Gewittern.











