Das Herz des Landguts in Valle de Bravo bildet das Hauptgebäude mit Wohn- und Essbereich. Rafael Gamo Auf diesem herrschaftlichen Anwesen im mexikanischen Valle de Bravo könnte das Idyll kaum grösser sein. Naturnaher Luxus fügt sich hier wie selbstverständlich in die zauberhafte Landschaft ein.Der würzige Duft von Kiefern liegt in der Luft, Zikaden zirpen unablässig, und ein lauer Wind streicht durch grosse Fenster und raumhohe Türen. Inmitten eines gebirgigen Kiefernwaldes, auf einer Lichtung mit grüner Wiese, befindet sich dieses stattliche Landgut. Die Anlage fügt sich behutsam in die Natur ein und lässt den Baumbestand Teil der Architektur werden. Auf dem 16 000 Quadratmeter grossen Grundstück gruppieren sich mehrere Giebelbauten um einen niedrigen Flachdachbau. Dieser bildet den Kern der Anlage, öffnet sich zu einem Atrium und umschliesst darin mehrere Bäume und einen Gemüsegarten. Die angeschlossenen Giebelbauten orientieren sich nach aussen und öffnen sich mit raumhohen, riesigen Wendetüren zur grünen Umgebung und zum Wald. Die verschiedenen Gebäude des Anwesens gruppieren sich um einen Innenhof – eine in Lateinamerika verbreitete Bauweise. Rafael Gamo Tradition und ModerneDas Anwesen befindet sich rund zwei Autostunden westlich von Mexiko-Stadt in der bewaldeten Umgebung von Valle de Bravo. Die Stadt zählt rund 26 000 Einwohner und liegt am gleichnamigen Stausee innerhalb eines grösstenteils bergigen Terrains auf rund 1850 Metern über Meer.Die Gebäude des Anwesens gruppieren sich um einen Innenhof – eine in Lateinamerika verbreitete Bauweise. Bereits frühindianische Pueblo-Siedlungen ordneten sich um zentrale Plätze, die Raum für Versammlungen und Zeremonien boten und mit nach aussen geschlossenen Bauten Schutz vor Eindringlingen und wilden Tieren gewährleisteten. Auch der Fitnessraum befindet sich in einem separaten Gebäude. Seine Fenster und Türen lassen sich weit öffnen. Rafael Gamo Der exklusive Landsitz auf der Waldlichtung, durch eine Umfassungsmauer vom Wald abgegrenzt, ist offener organisiert und weist jedem Gebäude eine eigene Funktion zu. Die Architektur von Sepúlveda Arquitectos verbindet traditionelle mexikanische Ansätze mit regionaltypischen Baustilen, natürlichen Materialien und erdigen Farben. Diese Elemente wurden zeitgemäss interpretiert und konsequent umgesetzt. Zusammen mit modernen, technisch ausgefeilten Lösungen, raffiniertem Innenausbau, stilvoller Möblierung internationaler Marken und Kunst aus aller Welt entstand so eine exklusive Oase inmitten der bergig-ländlichen Provinz.Weitläufiger FamiliensitzDas Anwesen wurde für eine junge Familie mit drei Kindern konzipiert und gliedert sich in ein grosses Hauptgebäude sowie zwei kleinere Bauten. Das Hauptgebäude umfasst einen langgestreckten Trakt mit fünf Schlafzimmern, jeweils mit eigenem grosszügigem Bad. Daran schliesst sich über Eck der weitläufige Wohnbereich an. Mit ihm verbunden, jedoch in einem separaten Gebäudeteil befindet sich die grosse Küche mit direktem Zugang zum Gemüsegarten.Die Küche ist von der verglasten Fensterfront etwas zurückversetzt, so dass man vom Wohnbereich aus entlang der Küche in den grossen Spiel- und Medienraum gelangt. Dahinter liegen mehrere Personalzimmer und Nebenräume. Die helle Küche ist leicht zurückversetzt. Rafael Gamo In einem separaten Gebäude, wenige Meter vom Hauptgebäude entfernt, liegt der Indoor-Pool mit Bar. Werden hier die riesigen raumhohen Fensterfronten geöffnet, wähnt man sich im Freien. Direkt daneben lädt ein weiteres Gebäude mit Fitnessgeräten zum Training ein; auch hier lassen sich die grossflächigen Fenster und Türen weit öffnen. Das Herz des Landguts bildet das Hauptgebäude mit Wohn- und Essbereich. Beide liegen in einem grossflächigen Raum von beeindruckender Höhe. Der Indoor-Pool mit Bar befindet sich in einem separaten Gebäude. Rafael Gamo Eine sichtbare Holzkonstruktion trägt das Dach. Die beiden Längsseiten sind vollständig verglast, wodurch das Innen und das Aussen nahtlos ineinander übergehen. Der Essbereich mit seinem grossen Tisch lädt zu geselligen Treffen mit Familie und Gästen ein. Im Wohnbereich bieten ein rotes Samtsofa und mehrere Sessel Raum für Gespräche, während die grosszügigen Verglasungen stets den Blick in den Wald freigeben. «Die Idee war, das Innere jedes Raumes mit dem Garten und seinen Ausblicken zu verschmelzen», betont Pablo Sepúlveda. Er entwarf sowohl die Architektur als auch die Innenarchitektur und war für die Möblierung und die Innenausstattung verantwortlich. Errichtet wurde das Anwesen nahezu ausschliesslich mit lokalen Materialien. Rafael Gamo Die eindrückliche Raumhöhe wird durch abgehängte Leuchten in Ringform betont und nachts zusätzlich durch das Licht inszeniert. Versteckt platzierte Spots setzen einzelne Bereiche gezielt in Szene. Errichtet wurde das Anwesen nahezu ausschliesslich mit lokalen Materialien: Ziegelmauerwerk, sichtbare Dachkonstruktionen und Holzverkleidungen aus einheimischer Kiefer. Die Böden bestehen aus regionalen Basaltplatten, im Wohnbereich aus langen Eichenriemen. Nur die Fenster kommen von weit her: Die schlanken Profile der riesigen Fenster mit Stahlrahmen stammen aus der Schweiz.Klima als TaktgeberDie Grosszügigkeit der Bauten und ihrer Räume wirkt äusserst repräsentativ. Bei Planung und Bau mussten die Architekten vielfältige Rahmenbedingungen berücksichtigen – neben den Bedürfnissen der Nutzer insbesondere Topografie und Klima. Die Region liegt in den Tropen, genauer in den Kalttropen: Aufgrund der Höhenlage steigen die Temperaturen im Winter tagsüber auf 20 bis 25 Grad, während die Nächte frostig sein können. Zwischen April und Juni klettern sie mittags auf über 30 Grad.Von Juni bis September bringt die Regenzeit heftige Schauer sowie hohe Luftfeuchtigkeit. Diese klimatischen Extreme – Starkregen, grosse Tageshitze, nächtliche Kälte, hohe Luftfeuchtigkeit und starke Winde – prägten das architektonische Konzept. Sichtbar wird dies in überhohen Räumen, steilen Giebeldächern und bis zu fünf Meter hohen Wendetüren, die grosszügiges Lüften ermöglichen. Um das Aufheizen der Innenräume trotz grossen Glasflächen im Sommer zu reduzieren, kam Sonnenschutzglas zum Einsatz, das einen Grossteil der UV-Strahlen blockiert. Die bis zu fünf Meter hohen Glastüren sorgen für eine gute Durchlüftung. Rafael Gamo Herausragende Merkmale des Anwesens sind die grossflächigen Fensterfronten und die haushohen Wendetüren an den Stirnseiten der Gebäude mit Giebeldächern. Jedes Paneel hat Dimensionen von 5 Metern in der Höhe sowie 2,5 Metern in der Breite; die Wendetüren wirken im geschlossenen Zustand wie eine gläserne Wand, eingefasst durch filigrane Stahlprofile. Die Fensterrahmen werden zum Bilderrahmen für die herrliche Aussicht, der Kiefernwald erscheint wie ein gerahmtes Gemälde. Werden die riesigen Fronten geöffnet, trägt ein angenehmer Luftstrom den Duft des Waldes durchs Haus. Bei tropischem Starkregen kann man jedoch getrost zusehen, wie die Regentropfen auf die grossen Glasflächen prasseln. Ist es draussen schwülheiss, bieten die hohen Innenräume einen kühlen Rückzugsort, während die Glasfronten nachts vor Wind, Kälte und Eindringlingen schützen. Newsletter Die besten Artikel aus «NZZ Bellevue», einmal pro Woche von der Redaktion für Sie zusammengestellt.
Modernes Design im Schatten von Kiefern: Ein Refugium in Valle de Bravo
Ein herrschaftliches Anwesen im mexikanischen Valle de Bravo verbindet naturnahe Architektur mit unvergleichlichem Idyll.






