Podcast «NZZ Quantensprung»Präzisionsmedizin: mit Multiomik zur massgeschneiderten GesundheitIn der Krebstherapie werden längst Gene, Proteine und der Stoffwechsel in die Diagnose mit einbezogen. Bald könnten diese Methoden auch zur Früherkennung und zur präziseren Behandlung vieler anderer Krankheiten beitragen.17.07.2026, 05.30 UhrPräzisionsmedizin: mit Multiomik zur massgeschneiderten GesundheitLena Waltle mit Georg RüschemeyerOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Hören und abonnieren Sie den Podcast «NZZ Quantensprung» auch auf Spotify, Apple Podcasts oder Castbox. | Hier können Sie «NZZ Quantensprung» kostenlos als Newsletter abonnieren.Das Thema in der Übersicht:Stellen Sie sich vor, jeder Mensch müsste genau die gleichen Schuhe tragen: Lederschuhe in Grösse 40, schmal geschnitten. Einigen von Ihnen würden diese Schuhe vermutlich sogar passen. Mir wären sie zu gross und meinem Kollegen Georg Rüschemeyer viel zu klein. Menschen sind eben unterschiedlich, und deshalb kommt auch niemand auf die Idee, alle gleich einzukleiden. Ausser in der Medizin. Dort sind viele bewährte Behandlungen auf den Durchschnittspatienten abgestimmt – statt auf das Individuum.Im Podcast fragen wir uns: Kann Präzisionsmedizin zu einer besseren Behandlung von Krankheiten führen? Jetzt hörenDarum bewegt uns das: Der renommierte Stanford-Forscher Michael Snyder sagt: «Die moderne Medizin ist kaputt.» Und er will das ändern. In der Krebstherapie wird eine individuelle Analyse der Krankheit längst durchgeführt – und bald könnten diese Methoden auch zu einer früheren Diagnose und einer besseren Behandlung bei vielen anderen Krankheiten beitragen.🧬 So funktioniert PräzisionsmedizinQS PlanetNZZWichtig zu wissen: Es gibt viele Namen für den gleichen Trend: personalisierte Medizin, Targeted Therapy oder Präzisionsmedizin. Darunter versteht man:Individuelle Spezialtherapien: Für bestimmte Krankheiten braucht jeder Patient eine eigens entwickelte Therapie. Zum ArtikelStratifizierung: Oft reicht es auch, Patienten in Untergruppen einzuteilen, die dann von der gleichen Behandlung profitieren.Um herauszufinden, welche Behandlung die grössten Erfolgschancen hat, helfen Untersuchungen auf molekularer Ebene. Sie zeigen die Ursachen einer Krankheit, geben Einblick in den Körper des Patienten und verraten, wie gut die Therapie verläuft. Das wird heute schon in der Krebstherapie gemacht. Zum Artikel🧬Multiomik in der KrebsdiagnoseKrebserkrankungen werden durch eine Veränderung im Erbgut, der DNA, ausgelöst. In diese Bauanleitung schleicht sich bei manchen Zellen ein Fehler ein, der aus ihnen Krebszellen macht. Es kommt zu einer MutationDie Genomik vergleicht das Genom einer gesunden Zelle mit dem einer kranken Zelle. Die Unterschiede können zeigen, wie genau die Zelle mutiert ist und welche Therapie wirken könnte.Die Transkriptomik untersucht die Abschrift der DNA, die RNA. Die Analyse zeigt, welche Teile des Bauplans in der Zelle im Moment aktiv sind und welche ignoriert werden.Proteomik analysiert alle tatsächlich in der Zelle vorkommenden Proteine.Metabolomik beobachtet die Stoffwechselprozesse im Körper.Die Summe dieser -omik ergibt ein detailliertes molekulares Bild des Körpers, das hoffentlich die Ursachen für einen Tumor zeigt sowie den besten Weg, diesen zu behandeln.Stand der Forschung: Die aufwendigen Multiomik-Tests wertet an spezialisierten Krebskliniken ein Tumorboard aus Onkologen, Chirurgen, Bioinformatikern und Genetikern aus. Sie suchen detektivisch nach der besten Behandlung für einen Patienten.Erfolgsbeispiel Leukämie: Bei der chronischen myeloischen Leukämie ist eine Chromosomenmutation für die Krankheit verantwortlich. Sie lässt sich heute mit einer einzigen täglichen Tablette behandeln. Zum ArtikelNeue Tests: Forscher wie Michael Snyder demonstrieren im Selbstversuch, wie durch kontinuierliches Tracking Krankheiten extrem früh erkannt werden können. Zum ArtikelZur Diskussion: Bei einer individuellen Behandlung müsste eigentlich die Erfolgsquote sehr hoch sein. Doch das ist sie nicht immer.Reichweite: Präzisionsmedizin kommt heute nur in Spezialkliniken zum Einsatz und erst, wenn alle Standardtherapien versagt haben. Zu diesem Zeitpunkt ist die Krankheit oft schon weit fortgeschritten. Zum PodcastRessourcen: Tumorboards sind zeitaufwendig und teuer. Langfristig können sie aber auch kosteneffizient sein, da sie wirkungslose Behandlungen und deren teure Nebenwirkungen vermeiden.Datenflut: Künstliche Intelligenz soll künftig helfen, die riesigen Datenmengen zu bewältigen, die durch die Präzisionsmedizin anfallen. Sie soll Muster erkennen und Vorschläge für Therapien generieren. Ein menschlicher Arzt («Human in the Loop») bleibt dabei jedoch unabdingbar. Zum ArtikelWeitere Episoden von «NZZ Quantensprung» finden Sie in dieser Übersicht.Passend zum Artikel
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Präzisionsmedizin nutzt Multiomik aus Genen, Proteinen und Stoffwechsel für bessere Krebstherapie – künftig auch zur Früherkennung vieler Krankheiten.








