PfadnavigationHomePolitikDeutschlandNRW-AfDAfD-Chefs Weidel und Chrupalla fordern Abbruch der Listenwahl in Nordrhein-WestfalenStand: 21:23 UhrLesedauer: 3 MinutenAfD-Parteivorsitzende Alice Weidel (l.) und Tino Chrupalla Quelle: picture alliance/Metodi Popow/M. PopowDie AfD-Bundesspitze fordert den Landesvorstand der NRW-AfD zu einer Neuwahl der Landesliste für die Landtagswahl 2027 auf. Weidel und Chrupalla begründen dies mit der Befürchtung eines Nichtantritts – wegen angeblicher Drohungen.Die AfD-Bundesspitze fordert den Abbruch der Aufstellungsversammlung der AfD für die Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen und eine Neuwahl der Landesliste. Dies geht aus einem WELT vorliegenden Schreiben hervor, das die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla am Donnerstagabend an den Landesvorstand der NRW-AfD um Martin Vincentz verschickt haben.„Mehrere in ihrem Kern übereinstimmende Schilderungen sprechen dafür, dass stimmberechtigte Delegierte bedroht oder erheblich unter Druck gesetzt wurden“, heißt es in dem Brief. „Auch Sie, Herr Dr. Vincentz, schließen in Ihrem letzten Schreiben mögliche Drohungen oder Handgreiflichkeiten nicht aus. Eine bloße Verurteilung solcher Vorgänge und der Verweis auf staatliche Ermittlungen reichen jedoch nicht aus, um die drohende Gefahr einer Nichtzulassung der Landesliste abzuwenden.“Lesen Sie auchEin zwingendes Anliegen aller Beteiligten müsse es daher sein, „eine Anfechtung der Liste zur Unzeit und deren mögliche Folgen für eine Zulassung zur Wahl zu vermeiden“, schreiben Weidel und Chrupalla weiter. „Der Bundesvorstand fordert den Landesvorstand auf, unmittelbar nach der Fortsetzung der Versammlung darauf hinzuwirken, dass diese wegen der existierenden Risiken abgebrochen wird, um die Landesliste in einer neuen Aufstellungsversammlung rechtlich einwandfrei aufzustellen.“ Zudem fordere man den Landesvorstand auf, „angesichts der krisenhaften Situation im Landesverband NRW seine ablehnende Haltung gegenüber einer Mediation zu überdenken“, heißt es im Brief der Parteispitze weiter. „Eine Überwindung derartiger Konflikte wird nach allen bisherigen Erfahrungen nicht durch Konfrontation, sondern durch Kompromisse erreicht.“Die am vergangenen Wochenende begonnene Aufstellungsversammlung soll ab Freitagmorgen fortgesetzt werden. Am vergangenen Wochenende wurden bereits 22 Listenplätze besetzt, auf denen sich mehrheitlich das Lager um den innerparteilich gemäßigt auftretenden Landeschef Vincentz gegen das Lager um den rechtsextremen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich durchsetzte. Lesen Sie auchHelferichs Lager sorgte ab dem Listenplatz 22 mit Massenkandidaturen für eine Blockade des Parteitags – mit dem Ziel, für den weiteren Verlauf der Listenwahl neue Verhandlungen mit der Gegenseite zu erreichen. Am Sonntag konnte dann lediglich ein einziger Wahlgang durchgeführt werden. Auf der Bühne behaupteten zudem Redner, aus den eigenen Reihen bedroht worden zu sein.Lesen Sie auchIn einer E-Mail von fünf Helferich-nahen Landesvorstandsmitgliedern der NRW-AfD an den Bundesvorstand von Montag, über die der „Politico“-Podcast „Inside AfD“ berichtete, werden vier „Bedrohungsszenarien“ auf dem Landesparteitag behauptet. „Zu Recht beklagen wir eine arrogante Behandlung und undemokratische Ausgrenzung durch die Altparteien“, heißt es in dem Schreiben vom Montag. „Es ist aus unserer Sicht beschämend, wenn wir derartige Verhaltensmuster innerparteilich nicht nur kopieren, sondern geradezu eskalieren.“ Der Bundesvorstand beschloss am Montag, für die Schlichtung zwischen den Lagern einen Mediator nach Nordrhein-Westfalen zu schicken. WELT berichtete am Mittwoch über ein fünfseitiges Schreiben von Vincentz an die Parteispitze. Daraus geht hervor, dass Vincentz den Mediationsvorschlag des Bundesvorstands ablehnt. „Das Scheitern dieser sogenannten Mediation ist von Teilen der neu gewählten Bundesvorstands-Mehrheit offenkundig fest eingeplant, damit die Initiatoren ihre Sabotageaktion in Marl fortsetzen können“, behauptet der Landesvorsitzende.Vincentz erhebt in dem Schreiben schwere Vorwürfe gegen Weidel: Die „Sabotageaktion in Marl“ finde „im Auftrag“ des „Weidel-Helferich-Lagers“ statt, schreibt er. „Wir sind fassungslos, dass sich eine Bundessprecherin nicht klar von derartigen undemokratischen, Antifa-ähnlichen Auswüchsen distanziert.“Politikredakteur Frederik Schindler berichtet für WELT über die AfD, Islamismus, Antisemitismus und Justiz-Themen. Zweiwöchentlich erscheint seine Kolumne „Gegenrede“. Seit Februar 2026 erscheint wöchentlich sein Podcast „Inside AfD“.
NRW-AfD: AfD-Chefs Weidel und Chrupalla fordern Abbruch der Listenwahl in Nordrhein-Westfalen - WELT
Die AfD-Bundesspitze fordert den Landesvorstand der NRW-AfD zu einer Neuwahl der Landesliste für die Landtagswahl 2027 auf. Weidel und Chrupalla begründen dies mit der Befürchtung eines Nichtantritts – wegen angeblicher Drohungen.










