Der kürzliche Beschluss des Studentenparlaments der Humboldt-Universität, wissenschaftliche Kooperationen mit israelischen Hochschulen zu beenden, bleibt in Berlin kein Einzelfall. Auch an anderen Hochschulen gab es seit dem 7. Oktober 2023 Boykottforderungen oder entsprechende Initiativen. Eine Recherche der Berliner Zeitung zeigt jedoch: Keine der angefragten Hochschulleitungen will ihre Zusammenarbeit mit israelischen Partnern beenden.
Mehrere Hochschulen bauen deshalb ihre Maßnahmen gegen Antisemitismus aus. Wie belastend die Debatte für Betroffene sein kann, beschreibt die Alice-Salomon-Hochschule: „Das Ergebnis für jüdische Studierende ist häufig eine Einschüchterung oder Meiden der Hochschule.“ Die Hochschulleitung reagiert darauf mit dialogorientierten, depolarisierenden und diskriminierungskritischen Veranstaltungen.
HU-Beschluss geht weit über eine Resolution hinaus
Ausgangspunkt der Debatte ist ein Antrag der Linken Liste an der Humboldt-Universität. Das Studentenparlament verabschiedet ihn nach Angaben der Antragsteller mit mehr als 90 Prozent Zustimmung. Neben dem Abbruch institutioneller Kooperationen und von Austauschprogrammen mit israelischen Hochschulen schließt sich das Gremium ausdrücklich der BDS-Bewegung und den PACBI-Richtlinien für einen akademischen Boykott Israels an. Zudem fordert es eine Zivilklausel, den Ausbau von Kooperationen mit palästinensischen und libanesischen Hochschulen sowie eine Überprüfung bestehender Forschungskooperationen.







