Das Studentenparlament der Berliner Humboldt-Universität hat einen Antrag verabschiedet, der den Abbruch von Beziehungen mit israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen fordert. Die Boykottforderung umfasst neben wissenschaftlichen Kooperationen auch Austauschprogramme, die die Hochschule aktuell mit vier israelischen Universitäten betreibt, etwa mit der Universität Tel Aviv.Die israelischen Institutionen seien „vielfach direkt oder indirekt“ an Verbrechen gegen Palästinenser beteiligt, etwa durch Rüstungsforschung oder die Ausbildung israelischer Soldaten, heißt es im Antrag. Im vergangenen November hatte das Studentenparlament einen Unvereinbarkeitsbeschluss aufgehoben, der die Zusammenarbeit mit Gruppen untersagt, die die Israel-Boykottkampagne BDS unterstützen.Nun orientiert man sich auch ganz offiziell an den sogenannten PACBI-Richtlinien der BDS-Bewegung. Diese umfassen eine Verweigerung jedweder Form der akademischen und kulturellen Kooperation mit israelischen Institutionen.Vom Verfassungsschutz wird die BDS-Kampagne seit 2024 als „extremistischer Verdachtsfall“ geführt, der Bundestag stufte sie 2019 als antisemitisch ein. Organisatorisch ist sie mit Terrorgruppen wie der Hamas verbunden.Die BDS-Kampagne ist derzeit auch an anderen Universitäten Aufwind. Ähnliche Beschlüsse von Studentenvertretern gab es in Düsseldorf, Leipzig und an der Technischen Universität Berlin. An der Berliner Hertie School führte ein Pro-BDS-Beschluss im März zu Protesten und einem knapp erfolgreichen Misstrauensvotum gegen die Studentenvertretung. Der Entscheid selbst blieb allerdings bestehen.Für israelische und jüdische Studenten wäre eine Ausbreitung der Kampagne fatal. Eine „nicht-institutionelle Zusammenarbeit“ mit israelischen Einzelpersonen solle zwar ausdrücklich möglich bleiben, heißt es im aktuellen Antrag, allerdings nur wenn man sichergehen könne, dass diese nicht an Menschenrechtsverletzungen beteiligt seien. Dem Rechtfertigungsdruck und der Drangsalierung israelischer und jüdischer Wissenschaftler und Studenten an deutschen Hochschulen leisten solche Argumentationsmuster weiter Vorschub.
HU-Studentenvertreter fordern Israel-Boykott
Die Studentenvertretung der Humboldt-Universität fordert einen Abbruch der Kooperation mit israelischen Hochschulen. Entscheidungshoheit hat sie allerdings nicht.







