Vor genau 175 Jahren rollte heute der erste Zug über die Göltzschtalbrücke. Was am 15. Juli 1851 als kühnstes Bauprojekt seiner Zeit begann, ist bis heute ein Symbol für technischen Fortschritt und Ingenieursgeist in Sachsen. Denn dort steht die weltgrößte Ziegelsteinbrücke aus 26 Millionen Steinen. Die 574 Meter lange Eisenbahnbrücke überspannt bis zu 78 Meter hoch das Göltzschtal.
Nur kennt sie kaum jemand... „Wir haben pro Jahr rund 60.000 bis 100.000 Besucher in unserer Region und wollen das mindestens verdoppeln“, sagt Mike Purfürst (parteilos), Bürgermeister der unmittelbar angrenzenden Gemeinde Netzschkau. Denn während die berühmte Basteibrücke im Elbsandsteingebirge es sogar bis zum Bildschirmschoner-Motiv bei Microsoft geschafft hat, ist die mächtige Ziegelsteinbrücke noch touristisch unterbelichtet.
Was die aktuellen Tourismuszahlen auch belegen. Die Zahl der Hotels und Pensionen sank seit 2012 von 158 Einrichtungen auf 138 im letzten Jahr, auch die Bettenzahl sank. Urlauber bleiben im Schnitt nur zweieinhalb Tage in der landschaftlich reizvollen Ecke Sachsens, was einem Minus von 3,1 Prozent zum Jahr 2024 entspricht. Bei einer Auslastung von nur 42 Prozent übers ganze Jahr ist mit Hotels und Gastronomie im Vogtland kein Reichtum zu machen.








