Vor genau 175 Jahren rollte heute der erste Zug über die Göltzschtalbrücke. Was am 15. Juli 1851 als kühnstes Bauprojekt seiner Zeit begann, ist bis heute ein Symbol für technischen Fortschritt und Ingenieursgeist in Sachsen. Denn dort steht die weltgrößte Ziegelsteinbrücke aus 26 Millionen Steinen. Die 574 Meter lange Eisenbahnbrücke überspannt bis zu 78 Meter hoch das Göltzschtal.

Nur kennt sie kaum jemand... „Wir haben pro Jahr rund 60.000 bis 100.000 Besucher in unserer Region und wollen das mindestens verdoppeln“, sagt Mike Purfürst (parteilos), Bürgermeister der unmittelbar angrenzenden Gemeinde Netzschkau. Denn während die berühmte Basteibrücke im Elbsandsteingebirge es sogar bis zum Bildschirmschoner-Motiv bei Microsoft geschafft hat, ist die mächtige Ziegelsteinbrücke noch touristisch unterbelichtet.

Doch das soll sich ändern. „Wir wollen in den nächsten Jahren rund 30 Millionen, auch dank Fördermitteln, investieren“, so Purfürst weiter zur OAZ. Seit Jahren gibt es dazu schon Diskussionen im Stadtrat von Netzschkau und Reichenbach. Zuletzt stellte die Berliner Firma mascontour stellte im April ihr Tourismuskonzept vor, mit dem Ziel, die Brücke zum „ganzjährig erlebbbaren Tourismusmagneten zu machen“.