Tunb-Inseln unter Beschuss: Die USA fokussieren ihre Angriffe gegen Iran auf strategische ZieleDie amerikanischen Streitkräfte greifen am sechsten Tag in Folge Ziele in Iran an. Im Weissen Haus wird der Einsatz von Bodentruppen geprüft. Parallel dazu kann Donald Trump einen Verhandlungserfolg vermelden.16.07.2026, 17.34 Uhr3 LeseminutenKinder spielen an der iranischen Küste der Strasse von Hormuz. Im Hintergrund steigt nach einer Explosion Rauch in den Himmel.Razieh Poudat / APDie USA setzen ihre Offensive gegen Iran fort: Am sechsten Tag der jüngsten Angriffswelle bombardierten die amerikanischen Streitkräfte nicht nur Ziele entlang der Strasse von Hormuz und im Süden des Landes. Sie weiteten ihre Angriffe auf Regionen im Landesinneren aus. Dabei nahm das Militär Kommandozentralen, Einrichtungen zur Flugabwehr sowie Lager iranischer Drohnen und Raketen ins Visier. Nach Angaben des Regionalkommandos der amerikanischen Streitkräfte Centcom soll dadurch Teherans Fähigkeit geschwächt werden, die Schifffahrt in der Strasse von Hormuz zu beeinträchtigen.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Erstmals seit Beginn des Krieges attackierten die amerikanischen Streitkräfte auch die strategisch wichtigen Tunb-Inseln. Die beiden zwölf Kilometer voneinander entfernten felsigen Inseln befinden sich an der tiefsten Stelle der Strasse von Hormuz nahe der iranischen Küste. Der Archipel wird seit 1971 von Iran verwaltet. Seine Zugehörigkeit zur Islamischen Republik ist allerdings umstritten. Auch die Vereinigten Arabischen Emirate erheben Anspruch auf die beiden Inseln, auf denen mehrere hundert Menschen leben.Möglicher Einsatz von BodentruppenDie Tunb-Inseln waren bereits Mitte Mai in den Fokus der Amerikaner gerückt, als es um einen möglichen Einsatz von Bodentruppen ging. Die grössere der beiden Inseln soll einen Militärflugplatz, Marinestützpunkte der iranischen Revolutionswächter sowie ein Raketensystem zur Überwachung der Schifffahrtswege beherbergen.Nach einem Bericht des «Wall Street Journal» prüft das Weisse Haus nun erneut den Einsatz von Bodentruppen, um iranische Inseln oder strategische Punkte nahe der Strasse von Hormuz einzunehmen. Neben der für den iranischen Ölexport wichtigen Insel Kharg wird dabei laut den Recherchen auch an die Tunb-Inseln gedacht. Noch hat der amerikanische Präsident Donald Trump nach Angaben der Zeitung aber keine Entscheidung getroffen.Iran hat auf die jüngsten Attacken mit erneuten Gegenangriffen auf amerikanische Militärstützpunkte im Nahen Osten reagiert. So feuerte es ballistische Raketen ab und schickte Drohnen in Richtung Jordaniens und der Golfregion. Dabei fokussierte sich Teheran wie schon in den vergangenen Tagen auf Bahrain, Kuwait und den Irak. Die meisten iranischen Drohnen und Raketen wurden von der Flugabwehr der jeweiligen Länder abgefangen. Über mögliche Schäden wurde zunächst nichts bekannt.Parallel dazu signalisierte der iranische Chefunterhändler und Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf am Mittwoch, dass die Tür für Verhandlungen mit den USA weiter offen sei. «Wir müssen auch die Instrumente der Diplomatie und der Verhandlungen nutzen, um unsere nationalen Interessen zu erreichen und durchzusetzen», betonte er in einer schriftlichen Erklärung, die auf der Website des iranischen Parlaments veröffentlicht wurde.Überraschende Freilassung einer DoppelbürgerinKurz zuvor hatte Teheran die amerikanisch-iranische Doppelbürgerin Dena Karari freigelassen. Nach Angaben ihres Anwalts Jared Genser befand sich die 53-Jährige bereits am Mittwoch auf dem Rückweg in die USA. Die Tech-Expertin war im Dezember 2024 zu Verwandten in die iranische Stadt Shiraz gereist. Doch die Behörden nahmen ihr ihre beiden Reisepässe ab und klagten sie wegen Spionage an. Über ein Jahr lang durfte sie das Land nicht verlassen.Karari war zwar offenbar nur kurzzeitig in Iran inhaftiert, wurde aber nach Angaben ihres Anwalts mehrfach von den Behörden verhört und soll in der vergangenen Woche einen Herzinfarkt erlitten haben. «Die Vereinigten Staaten von Amerika würdigen diese Geste des guten Willens durch Iran», schrieb Trump am Mittwoch in einem Post auf seinem sozialen Netzwerk Truth Social. Teheran hat sich bislang nicht zu dem Fall geäussert, der bis zuletzt auch in den USA nicht öffentlich geworden war. Iranische Medien berichteten zwar über Kararis Freilassung, stützten sich dabei aber auf amerikanische Quellen.Die Hintergründe im Fall Karari sind bis jetzt unbekannt. Dazu gehört auch die Frage, über welche Kanäle Teheran und Washington miteinander kommuniziert haben und welchen Einfluss Kararis Freilassung auf mögliche weitere Verhandlungen zwischen Iran und den USA haben könnte. Vor gut einer Woche hatte Washington das Mitte Juni unterzeichnete Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges gegen Iran aufgekündigt.Dennoch scheinen beide Seiten weitere Verhandlungen nicht auszuschliessen. Sowohl die USA als auch Iran vermeiden es bis anhin, ihre Angriffe auf das Niveau der ersten Kriegswochen zu intensivieren. Das iranische Regime kämpft mit einer schweren Wirtschaftskrise und könnte im Rahmen einer Einigung mit den USA von gelockerten Sanktionen profitieren. Trump wiederum dürfte die Zwischenwahlen im November im Blick haben. Ein andauernder Iran-Krieg würde sich aller Voraussicht nach negativ auf das Wahlergebnis der Republikaner auswirken.Passend zum Artikel
Die USA fokussieren ihre Angriffe gegen Iran auf strategische Ziele
Die amerikanischen Streitkräfte greifen am sechsten Tag in Folge Ziele in Iran an. Im Weissen Haus wird der Einsatz von Bodentruppen geprüft. Parallel dazu kann Donald Trump einen Verhandlungserfolg vermelden.














