PfadnavigationHomePolitikAuslandKrieg in NahostUSA starten neue Angriffswelle auf Iran – Kampfflugzeug stoppt Öltanker gewaltsamStand: 15.07.2026Lesedauer: 4 MinutenDie USA führten auch am 15. Juli eine Angriffswelle gegen den Iran durchQuelle: AFP/-Das US-Militär greift erneut iranische Stellungen an und nimmt Luftabwehr, Raketen und Radaranlagen ins Visier. Ein Öltanker wird außer Gefecht gesetzt – er hat offenbar versucht, die US-Seeblockade zu durchbrechen. Präsident Trump rechnet mit schnellen Erfolgen im Krieg.Das US-Militär hat nach eigenen Angaben die zweite Angriffswelle des Tages gegen den Iran gestartet. Diese habe um 15:00 US-Ostküstenzeit (21:00 Uhr deutscher Zeit) begonnen, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs Centcom auf der Plattform X mit. Die Angriffe richten sich demnach gegen militärische Fähigkeiten des Irans, die dafür genutzt worden seien, Handelsschiffe in der Straße von Hormus zu bedrohen. Eine ähnliche Begründung hatte das US-Militär auch für Angriffe in den vergangenen Tagen gegeben. Die regierungsnahe iranische Nachrichtenagentur Mehr berichtete von drei Explosionen in der Hafenstadt Tschabahar. Angriffe soll es demnach auch in Rask im äußersten Südosten des Landes sowie in der Umgebung von Bandar Abbas am Persischen Golf und in Ahwas im Südwesten gegeben haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete unter Berufung auf einen lokalen Behördenvertreter, dass vier Orte am Rande von Ahwas getroffen worden seien.Später meldete Centcom zudem, dass ein US-Kampfflugzeug auf einen unbeladenen Öltanker geschossen und ihn außer Gefecht gesetzt habe, als dieser versucht habe, die US-Blockade gegen iranische Häfen zu durchbrechen. Das US-Kampfflugzeug habe „Hellfire-Raketen in den Schornstein des Schiffs abgefeuert“, teilte Centcom mit. „Das Schiff ist nicht länger auf dem Weg in den Iran.“ Bei dem Tanker habe es sich um die unter der Flagge von Curaçao fahrende „M/T Belma“ gehandelt. Es war das erste Mal, dass die US-Armee seit der Wiedereinsetzung der Blockade iranischer Häfen ein Schiff gewaltsam stoppte. Auch zu zwei weiteren Handelsschiffen sei Kontakt aufgenommen worden. Diese seien den Anweisungen jedoch nachgekommen und hätten ihren Kurs geändert.Kurz nach Beginn der neuen Angriffswelle haben im Golfstaat Bahrain wieder Sirenen geheult. Das Innenministerium schrieb auf der Plattform X, die Bevölkerung sei aufgerufen worden, Ruhe zu bewahren und sich zum nächstgelegenen sicheren Ort zu begeben. Näheres wurde zunächst nicht bekannt. Bahrain gehört aber zu den Ländern, die im Krieg immer wieder Ziel iranischer Vergeltungsangriffe wurden.Lesen Sie auchUS-Präsident Donald Trump erklärte nach Beginn der jüngsten Angriffe, der Iran sei zu einem Friedensabkommen bereit. Nähere Einzelheiten nannte er jedoch nicht. „Ihnen gefällt nicht, was wir tun, und sie wollen eine Einigung erzielen. Wir werden sehen, ob wir uns mit ihnen einigen oder die Sache einfach zu Ende bringen“, sagte der Präsident auf einer Sicherheitskonferenz am Army War College im Bundesstaat Pennsylvania. Trump betonte, die USA stünden im Umgang mit dem Iran sehr gut da, und fügte hinzu, die Islamische Republik sei „derzeit nicht glücklich“. Er rechnet mit einem raschen Erfolg. „Wir werden den Iran bald besiegt haben. Sie werden sehr bald besiegt sein“, sagte Trump.Trump will keine Frist festlegenEr hatte dem Iran jüngst einmal mehr mit Angriffen auf zivile Infrastruktur gedroht. Auf die Frage einer Journalistin, ob er dem Iran ein Ultimatum gebe, bevor das US-Militär mit Bombenangriffen auf Brücken beginnen würde, sagte Trump nun: „Ich mag es nicht, Fristen zu setzen.“Am Dienstag hatte Trump noch gesagt, nächste Woche würden alle Kraftwerke und Brücken zerstört, „es sei denn, sie (die Iraner) kommen an den Verhandlungstisch und verhandeln“, sagte er in einem Interview des US-Senders Fox News. Trump kündigte zudem heftige Angriffe auch in den kommenden Nächten an.Lesen Sie auchInsidern zufolge sollen die jüngsten US-Angriffe auf den Iran nicht nur die Straße von Hormus offenhalten, sondern zudem mögliche umfassendere Militäroperationen vorbereiten. Die Bombardements sollten die iranische Luftabwehr sowie Radaranlagen und Raketenstellungen schwächen, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute US-Vertreter der Nachrichtenagentur Reuters. Dies erweitere die militärischen Optionen von Trump. Einem der Insider zufolge handele es sich um vorbereitende Maßnahmen für den Fall, dass die US-Streitkräfte den Befehl für intensivere Einsätze erhielten. Das US-Verteidigungsministerium reagierte zunächst nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.Lesen Sie auchTrotz schwerer Verluste seit dem Beginn der US-israelischen Angriffe Ende Februar verfügt der Iran weiter über ein beträchtliches Drohnen- und Raketenarsenal. Damit greift das Land unter anderem Tanker in der Straße von Hormus an. Um die wichtige Wasserstraße besser abzusichern, hat das US-Militär einem Reuters-Bericht vom März zufolge Pläne für eine Entsendung von Truppen an die iranische Küste ausgearbeitet. Dabei sei auch der Einsatz von Bodentruppen auf der Insel Charg diskutiert worden, über die 90 Prozent der iranischen Ölexporte abgewickelt werden. Eine solche Operation gilt als riskant, da der Iran die Insel vom Festland aus mit Raketen und Drohnen unter Beschuss nehmen könnte. Trump hatte am Dienstag erklärt, er habe das Militär angewiesen, die Ölanlagen auf Charg bei bisherigen Angriffen zu verschonen. dpa/rtr/AP/AFP/doli/luwi