PfadnavigationHomePolitikAuslandNaher OstenUSA starten neue Angriffswelle auf den Iran – Explosionen an der Südküste gemeldetStand: 01:02 UhrLesedauer: 3 MinutenKampfflugzeuge der USA (Archivbild)Quelle: Kendall Torres Cortés/dpaDie USA haben mit einer neuen Angriffswelle auf Ziele im Iran begonnen, wie das zuständige Regionalkommando des Militärs mitteilte. Kurz zuvor hatte Donald Trump harte Attacken angekündigt.Das US-Militär greift nach eigenen Angaben erneut iranische Ziele an. Um 16.45 US-Ortsküstenzeit (22.45 deutscher Zeit) hätten die Streitkräfte die dritte Nacht in Folge Angriffe gestartet, teilte das zuständige Regionalkommando des US-Militärs (Centcom) auf der Plattform X mit. Diese Angriffe würden die Fähigkeit des Irans weiter einschränken, Attacken auf unschuldige Zivilisten und die Handelsschifffahrt in der Straße von Hormus auszuüben, hieß es.Örtliche Medien im Iran meldeten Explosionen an der Südküste des Landes. Laut der den mächtigen iranischen Revolutionsgarden nahestehenden Nachrichtenagentur Fars sowie dem regierungstreuen Sender Press TV gab es in der Nacht mehrere Detonationen auf der Insel Kisch am Persischen Golf. Auch aus dem Bereich der Hafenstadt Buschehr, der Insel Qeschm in der Straße von Hormus sowie der Großstadt Bandar Abbas wurden Explosionen gemeldet.US-Präsident Donald Trump hatte kurz zuvor bereits weitere Angriffe seines Landes auf den Iran angekündigt. Man werde das Land heute Abend hart treffen – genau wie morgen, sagte er am Montagnachmittag (Ortszeit) in einem Radiointerview. Der Iran könne nichts dagegen tun, hob er hervor. Trump drohte dabei explizit mit einem Angriff auf das stark befestigte Tunnelsystem im Berg Kuh-e Kolang. „Wir werden Pickaxe Mountain ausschalten“, sagte Trump. „Sagen Sie den Iran gern, sie sollen sich auf etwas gefasst machen.“ Über den Zweck der Einrichtung wird schon länger spekuliert. Eine These lautet, dass der Iran dort eine geheime Anlage zur Anreicherung von Uran errichten wolle, das für den Bau von Atomwaffen verwendet werden könnte. Pickaxe sei „ein mögliches Ziel“ für einen „großen, fetten“ Angriff sagte Trump. Wahrscheinlich werde es „relativ bald“ passieren. Die Anlage nahe dem beschädigten Atomkomplex Natans liegt Experten zufolge ​so tief unter der Erde, dass sie selbst von den stärksten bunkerbrechenden US-Bomben kaum zerstört werden kann.Trotz der jüngsten Eskalation hält Trump eine Verhandlungslösung weiterhin für möglich. „Ja, ich glaube, ein Abkommen ist möglich“, sagte Trump kurz nach dem Beginn der neuen Angriffswelle im Weißen Haus. „Wir hatten uns vor zwei Tagen mit ihnen geeinigt, und dann sagten sie: ‚Oh, diesen Deal können wir nicht machen. Wir müssen noch weiter darüber verhandeln.’“ Die USA und der Iran hatten Mitte Juni ein Rahmenabkommen unterzeichnet, das binnen 60 Tagen zu einem Friedensabkommen führen sollte. Rund die Hälfte der Zeit ist vorbei, ohne dass es eine nennenswerte Annäherung gegeben hätte.Lesen Sie auchDie USA kündigten am Montag an, ab Dienstagabend die Blockade iranischer Häfen wieder aufnehmen. Trump kündigte zudem eine Abgabe von 20 Prozent auf alle durch die Straße von Hormus transportierten Güter an.US-Streitkräfte hatten in den vergangenen Tagen wiederholt iranische Ziele angegriffen. Das Militär begründete dies mit Attacken des Irans auf Schiffe in der Straße von Hormus. Der Iran reagierte auf die US-Angriffe wiederum mit Vergeltungsangriffen – etwa auf Golfstaaten. All das befeuerte in der Region die Sorge vor einem vollständigen Wiederaufflammen des Kriegs – zumal Trump die Waffenruhe mit Teheran vor wenigen Tagen für beendet erklärt hatte.dpa/rtr/AFP/luwi