Dass der Kurs eines Unternehmens in den Wochen und Monaten nach einem Börsengang stark schwankt, ist nicht ungewöhnlich. Bei der Weltraumfirma Space-X ist das Auf und Ab aber ziemlich ausgeprägt. Einen Monat nach dem Börsengang scheint der erste Hype deutlich abzuflauen: Am Mittwoch fiel der Wert der Aktie kurzfristig unter den Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Es war das erste Mal, dass diese wichtige Marke unterschritten wurde.Space-X hatte in den Tagen nach dem Börsengang am 12. Juni zunächst einen regelrechten Höhenflug hingelegt. Schon zum Handelsstart stieg der Preis direkt auf etwa 160 Dollar. Wenige Tage später kostete eine Aktie dann bereits deutlich mehr als 200 Dollar, was die Firma rein rechnerisch unter die zehn wertvollsten Unternehmen der Welt katapultierte. Dabei erwirtschaftete Space-X im vergangenen Jahr nur 19 Milliarden Dollar Umsatz bei fünf Milliarden Dollar Verlust. Angesichts dieser eher bescheidenen Geschäftszahlen fanden manche Beobachter schon den Ausgabepreis von 135 Dollar pro Aktie völlig überteuert. Die Kursverluste seit dem Höchststand Mitte Juni scheinen ihnen nun recht zu geben. Auch Anleihen des Unternehmens verloren in den vergangenen Tagen deutlich an Wert. Viele Analysten raten jedoch nach wie vor zum Kauf der Space-X-Aktie und halten mittelfristig einen Kurs weit jenseits der 200 Dollar für realistisch.Zu den Eigentümern der Weltraumfirma dürften inzwischen auch viele deutsche ETF-Sparer zählen. In den vergangenen Wochen hatten indexbasierte Aktienfonds Space-X-Anteile kaufen müssen, da das Unternehmen in einige Indizes etwa der Anbieter MSCI und Russell sowie in den Nasdaq 100 im Schnellverfahren aufgenommen worden war. Diese im Prinzip automatisch generierte Nachfrage hatte den Börsenkurs aber offenbar nicht wesentlich stützen können. In den kommenden Wochen könnte sich zudem das Angebot an verfügbaren Space-X-Aktien vergrößern. Zum Börsenstart waren nur weniger als fünf Prozent aller Unternehmensanteile in den Handel gelangt. Demnächst aber dürfen frühe Investoren weitere Aktien veräußern. Es ist allgemein üblich, dass frühe Investoren in den ersten 180 Tagen nach einem Börsenstart ihre Anteile erst einmal nicht verkaufen dürfen. Bei Space-X ist diese 180-Tage-Frist laut Börsenprospekt aber über ein Jahr gestaffelt, damit die Aktien nicht alle auf einmal, sondern schrittweise in den Handel kommen. Einige Investoren sowie Mitarbeiter können einen Teil ihrer Aktien bereits verkaufen, kurz nachdem Space-X seine Zahlen für das zweite Quartal vorgelegt hat. Dieser Bericht wird für Anfang August erwartet.Elon Musk, mit Abstand größter Space-X-Aktionär, darf seine Anteile übrigens frühestens in etwa einem Jahr verkaufen. Wie viel sie dann wert sein werden, lässt sich nicht vorhersagen. Nach dem Börsengang war Musk für einige Tage auf dem Papier zum Dollar-Billionär geworden, das hat vor ihm noch niemand geschafft. Wegen der Kursverluste von Space-X verlor er den Titel inzwischen wieder.