Die EU-Kommission greift im Rahmen des Digital Markets Act (DMA) zu einem neuen, rechtlich bindenden Werkzeug. Anstelle von milliardenschweren Sanktionen hat die Brüsseler Regierungsinstitution nun ein Paket verbindlicher Spezifikationsmaßnahmen gegen Google verhängt. Sie sollen sicherstellen, dass Konkurrenten endlich faire Bedingungen vorfinden und die große Marktmacht des Suchmaschinen-Giganten aufgeweicht wird. Ein Teil der Vorgaben ist die Verpflichtung für Google, seine wertvollen Suchdaten mit alternativen Suchdiensten zu teilen.

Mit dem Schritt reagiert die Kommission auf anhaltende Kritik, dass der DMA bislang kaum praktische Verbesserungen für den europäischen Digitalmarkt gebracht habe. Die am Donnerstag veröffentlichten Auflagen betreffen eine wesentliche Säule des Google-Ökosystems. So muss Google ab Januar 2027 jene Suchdaten, die es zur Optimierung seiner eigenen Dienste erhebt, auch Drittanbietern zur Verfügung stellen. Die genauen Maßnahmen veröffentlicht die Kommission unter dem Aktenzeichen DMA.100209 im Fallregister. Das schließt ausdrücklich auch KI-Chatbots ein, die Suchfunktionen anbieten.

Bisher profitierte die Google-Mutter Alphabet von einem selbstverstärkenden Feedback-Loop: Mehr Nutzer brachten mehr Daten, was wiederum die eigenen Suchalgorithmen und KI-Modelle verbesserte. Dem will die Kommission einen Riegel vorschieben.