Mit 6.830 Sterbefällen erreicht dieses Jahr schon jetzt einen traurigen Rekord. Doch es gibt noch eine zweite Zahl, die uns alarmieren müsste.

Hilft bei einer Hitzewelle kurzfristig: Be­woh­ne­r:in­nen eines Seniorenheims in Witten mit Kühlung im Sommer 2026

Jürgen Theobald/Funke Foto Services/imago

Entscheidend ist die durchschnittliche Temperatur innerhalb einer Woche: Liegen die Nacht- und Tagwerte gemittelt sieben Tage lang über 20 Grad Celsius, ermittelt das Robert-Koch-Institut (RKI) die Zahl der Hitzetoten. In solchen Wochen verzeichne man bei den Sterbefällen „deutlich höhere Werte im Vergleich zu kühleren Sommerwochen“, schreibt die biomedizinische Leitforschungseinrichtung der Bundesregierung in ihrem aktuellen „Wochenbericht zur hitzebedingten Mortalität“. Demnach sind dieses Jahr bislang 6.830 Menschen an Hitze gestorben.

Zumindest mit 90-prozentiger Sicherheit: Die Toten können nämlich nicht gezählt werden. „Auf dem Totenschein steht Hitze normalerweise nicht als Ursache“, erklärt Henny Annette Grewe vom Public Health Zentrum Fulda. Normalerweise stünden Ursachen wie Herzstillstand oder Lungenversagen auf den Totenscheinen, obwohl diese direkt auf Überhitzung zurückzuführen seien. „Eine Ausnahme ist der ‚Hitzeschlag‘, also das Zusammenbrechen des Kreislaufes mit Organversagen – was an heißen Tagen etwa auf Baustellen immer wieder vorkommt“, erklärt die Professorin, die seit vielen Jahren zum Einfluss des Klimawandels auf unser Gesundheitssystem forscht.