Robert DikomeitAbermals Tote nach russischen Angriffen in SaporischschjaIm südostukrainischen Gebiet Saporischschja sind mindestens fünf Zivilisten durch russische Angriffe getötet worden. Allein in der gleichnamigen Gebietshauptstadt seien 3 Menschen ums Leben gekommen und 15 verletzt worden, teilte der Gouverneur der Region, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Zuvor hatte er über zwei getötete Männer infolge von Angriffen mit ferngesteuerten Drohnen in der frontnahen Stadt Orichiw informiert.Die Großstadt Saporischschja ist ebenso nur etwas über 20 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Aufgrund der ständigen russischen Angriffe mit Drohnen, Bomben und Raketen herrscht in der Industriestadt fast rund um die Uhr Luftalarm.Selenskyj schlägt Naftogaz-Chef Korezkyj als neuen Ministerpräsidenten vor Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj will den ​Chef des staatlichen Energiekonzerns Naftogaz, Serhij Korezkyj, zum neuen Ministerpräsidenten nominieren. ⁠Die Vorbereitungen auf die kalte Jahreszeit hätten für das Land oberste Priorität, sagte Selenskyj am Mittwoch in Kiew. „Die Prioritäten sind klar – ‌die Vorbereitung auf den Winter“, erklärte er. Nach allen Konsultationen sei Korezkyj der am besten geeignete Kandidat für das Amt. Das ‌Parlament soll voraussichtlich ‌am Donnerstag über die Personalie abstimmen. Eine Zustimmung gilt als sicher, da Selenskyjs Partei über die Mehrheit der Mandate verfügt. Selenskyj hatte die bisherige ​Regierungschefin Julija Swyrydenko in dieser ⁠Woche nach einem Jahr im Amt entlassen. Das Parlament nahm ihr Rücktrittsgesuch am Dienstag ​an.Der Rücktritt der Ministerpräsidentin zieht automatisch die Demission des gesamten Kabinetts nach ⁠sich. Daher wird ‌mit einer umfassenden Regierungsumbildung gerechnet. Besonders im Fokus steht dabei die Zukunft von Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow. Er leitet das Ministerium seit ⁠sechs Monaten und ⁠gilt als Förderer technologischer Innovationen. Selenskyj ließ offen, ob Fedorow im Amt ⁠bleibe. ​Er ⁠kündigte für Mittwochnachmittag Gespräche mit dem ​Minister und der Armeeführung an. Die politische Umgestaltung ‌fällt in eine Phase, in der die Ukraine im Abwehrkampf gegen ​Russland vermehrt auf Angriffe mit ​Langstreckendrohnen setzt. Ukraine greift wichtiges Kraftwerk auf der Krim anDas ukrainische Militär hat eigenen Angaben zufolge ein Kraftwerk in Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel ​Krim angegriffen. Bei der nächtlichen Attacke sei das Wärmekraftwerk Balaklawa getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialkräfte auf Telegram mit. Die Anlage ist für fast die Hälfte der Stromerzeugung auf der Halbinsel verantwortlich. Nach ukrainischen Angriffen wurde in Sewastopol stundenweise der Strom ⁠abgeschaltet. Die von Russland eingesetzten Behörden hatten am Dienstag mitgeteilt, dass die Stromversorgung vorerst auf zwei Stunden begrenzt ist, gefolgt von sechsstündigen Ausfällen.EU und Ukraine schließen Drohnen-Deal Vor dem Hintergrund weiterer massiver ukrainischer Angriffe auf russische Schiffe und andere Ziele schließen die EU und Kiew eine neue Partnerschaft zur gemeinsamen Produktion von Drohnen. Wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen bei einem Besuch in Kiew ankündigte, geht es darum, Stärken miteinander zu verbinden. Das Wissen, das die Ukraine über den Einsatz von Drohnen- und Drohnenabwehrsystemen erworben habe, sei wahrhaft einzigartig, sagte sie. Europa verfüge hingegen über enorme technologische und industrielle Kapazitäten und habe sichere und geschützte Produktionsstandorte, die zur Ausweitung der Fertigung beitragen könnten.„Die Ereignisse hier und in anderen Teilen der Welt haben uns gezeigt, wie wichtig es für unsere Sicherheit ist, einsatzerprobte Drohnensysteme schnell und in großer Stückzahl bereitstellen zu können“, sagte sie mit Blick auf die Kriege in der Ukraine und in Iran. Ziel des „Drohnen-Deals“ sei es, die nötigen Impulse zu geben, um Investitionen und Produktion entscheidend zu steigern.Neben von der Leyen trafen auch mehrere Staats- und Regierungschefs aus Südosteuropa in Kiew zu einem Gipfel ein. Es gehe darum, das politische Zusammenspiel und die Kooperation im Sicherheits- und Verteidigungsbereich zu stärken, teilte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha auf der Plattform X mit.Wadephul: Finnland ist Vorbild bei Resilienz gegen russische BedrohungAußenminister Johann Wadephul sieht Finnland als Vorbild, wenn es darum geht, sich widerstandsfähiger gegen Bedrohungen aus Russland zu machen. „Finnlands Resilienz und Zivilschutz zeigen uns, wie auch wir uns noch effektiver gegen Bedrohungen aufstellen“, erklärte der CDU-Politiker vor seiner Reise nach Finnland. „Wehrhaftigkeit ist kein abstraktes Konzept, sie ist die Voraussetzung für Frieden und Sicherheit“, fügte er hinzu.Die finnische Gesellschaft lebe mit einem umfassenden Sicherheitsansatz vor, wie alle Teile der Bevölkerung dabei eine Rolle zu spielen hätten, erklärte Wadephul. „Von dieser Erfahrung können wir in Europa lernen, um uns besser gegen Sabotage, Cyberangriffe oder Desinformation zu wappnen.“Wadephul will in der Hauptstadt Helsinki zunächst mit seiner Amtskollegin Elina Valtonen zu Beratungen zusammenkommen. Neben der Sicherheitslage an der finnisch-russischen Grenze dürfte die weitere Unterstützung der Ukraine Thema sein. Zudem steht ein Besuch auf einem Grenzpatrouillenschiff auf dem Programm. An diesem Donnerstag will Wadephul mit Valtonen die mehr als 1300 Kilometer lange finnisch-russische Grenze besuchen. Die Sicherheitslage dort gilt seit Beginn des Angriffskriegs in der Ukraine als angespannt.Neue EU-Fördermittel für KiewDie Ukraine hat Vereinbarungen über den Zugang zu Verteidigungsprogrammen der Europäischen Union ​und neuen Fördermitteln in Höhe von 300 Millionen Euro unterzeichnet. Dies teilt Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow auf der Online-Plattform X mit. Ukrainische Unternehmen können demnach über das neue Unterstützungsinstrument „BraveTech EU Ukraine“ 260 Millionen Euro für den Ausbau der Produktion ⁠sowie 35,3 Millionen Euro für Innovationszuschüsse abrufen.Schutzstatus für Flüchtlinge aus der Ukraine verlängertDie EU-Staaten haben den vorübergehenden Schutzstatus für Geflüchtete aus der ​Ukraine um ein Jahr bis März 2028 verlängert. Künftige Antragsteller müssen jedoch nachweisen, dass sie ihren Militärdienstpflichten in der Ukraine nachgekommen seien, teilt die EU mit. Diese Einschränkung gilt demnach ausschließlich für Neuanträge. Für ⁠Personen, die diesen Schutz in der EU bereits erhalten, gelte die Neuregelung nicht. Die Details hat unser Brüssel-Korrespondent Thomas Gutschker schon vor ein paar Wochen aufgeschrieben.Vučić und weitere europäische Staats- und Regierungschefs in Kiew eingetroffenAm Mittwochvormittag sind Serbiens Präsident Aleksandar Vučić, Moldaus Präsidentin Maia Sandu, Rumäniens Präsident Nikosur Dan und Albaniens Präsident Bajram Begaj in Kiew eingetroffen. Erste Videos der Ankunft wurden in sozialen Medien verbreitet. Zuletzt war Vučić im vergangenen Jahr in der Ukraine zu Besuch. Serbien gilt eigentlich als einer der engsten Verbündeten Russlands in Europa.Bolivien kündigt Untersuchung zu Staatsbürgern in Russlands Armee anBoliviens Behörden wollen Berichten nachgehen, wonach Staatsbürger des südamerikanischen Landes unter falschen Versprechungen nach Russland gelockt worden seien, um im Ukrainekrieg zu kämpfen. Generalstaatsanwalt Roger Mariaca kündigte am Dienstag Untersuchungen an, nachdem in den vergangenen Tagen Aufnahmen von Bolivianern in russischen Uniformen in Onlinediensten aufgetaucht waren. Der Fernsehsender Red Uno zitierte einen 29-jährigen Bolivianer mit den Worten, ihm seien umgerechnet knapp 14.000 Euro angeboten worden, wenn er nach Russland reise. In einem Video, das offenbar im Kriegsgebiet aufgenommen wurde, waren er, sein Cousin und zwei weitere Menschen zu sehen, die offenbar aus Peru und Kolumbien stammen. Der 29 Jahre alte Mann wurde nach Angaben seiner Frau am Dienstag bei Kämpfen getötet. Auch die Behörden in Peru und Kolumbien kündigten Untersuchungen an. Die russische Botschaft in Lima gab an, dass Peruaner Verträge zum Dienst in der russischen Armee unterschrieben hätten. Sie hätten dies freiwillig und im Rahmen der Gesetze getan. Gouverneur: Drei Tote bei russischem Angriff auf SumyBei russischen Angriffen auf ​das nordukrainische Gebiet Sumy sind nach Angaben des dortigen Gouverneurs mindestens drei Menschen getötet worden. Sieben Menschen seien verletzt worden, teilte Oleh Hryhorow auf Telegram mit. Die russischen ⁠Truppen hätten sechs Angriffe mit Lenkbomben ausgeführt. Eine Bombe sei in der Nähe medizinischer Einrichtungen eingeschlagen. Die anderen hätten nach vorläufigen Informationen die Infrastruktur getroffen.Mehr ladenTickarooLive Blog Software