Videospiele sind ein vergleichsweise junges Medium und werden von der Berichterstattung noch immer vernachlässigt. Das muss sich ändern.

Zocken, zocken, zocken, hier auf der Messe Gamescom in Köln

Chris Emil Janssen/imago

A m Wochenende besuche ich eine historische Führung in Berlin. Es geht um die DDR und das Thema Mangelware. Zur Veranschaulichung fragt der Guide einen der Besucher: „Hast du eine Playstation 5? Wünschst du dir eine?“ Der Mann nickt zögerlich. Der Guide fragt die Partnerin neben ihm suggestiv: „Wünschst du dir, dass er eine bekommt? Wahrscheinlich eher nicht, ’ne?“

Der Tourguide zeichnet das stereotype Bild des computerspielsüchtigen Mannes mit seiner genervten, kontrollierenden Freundin, die nicht will, dass er zockt. Und er setzt sie dabei glatt mit der staatlichen DDR-Planwirtschaft gleich. Dabei stimmt dieses Bild gar nicht. Laut einer Erhebung des Game-Verbands zocken fast genauso viele Frauen wie Männer. Trotzdem hält sich das Gerücht, dass Zocken ein Männerhobby ist. Weil Männer den gesellschaftlichen Diskurs steuern. Sie gründen häufiger Studios und entwickeln mehr Spiele. Und Männer schreiben über Spiele.