Norman Zander ist jeden Abend, als die Dunkelheit hereingebrochen war, auf einen Spielplatz in Lichtenrade gegangen. Dorthin, wo sein kleiner Sohn Noah besonders gern gespielt hatte, wo er so gerne gerutscht war oder in dem hölzernen Polizeiauto saß und stolz lachend an dem Holzlenkrad drehte. Norman Zander trug vier Wochen lang Abend für Abend die beiden Lieblingskuscheltiere seines Sohnes mit sich: Yasha, den Plüschesel, und Daidai, den Löwen.Stundenlang saß Zander so auf einer Bank, bis tief in die Nacht. Bis er zurückkehrte in die Wohnung zu seiner Frau, die stumm, manchmal weinend in einem Sessel saß. Kein Kinderlachen war mehr in der Wohnung zu hören, es war plötzlich still, totenstill. Denn Noah war gestorben – in den Armen seines Vaters. Norman Zander hatte 20 Minuten vergeblich versucht, seinen Sohn auf dem Boden des Wohnzimmers wiederzubeleben. Das war im Oktober 2024. „Ich habe es nicht geschafft“, sagt Noahs Vater, als er über seinen Sohn spricht, über Noahs Leiden bis zum Ende, über die Trauer, die seine Eltern seitdem begleitet. „Sie wird nie vergehen, aber wir müssen lernen, mit ihr zu leben“, sagt der 42-Jährige.
Noah (2) starb in den Armen seines Vaters: „Ich hätte nie gedacht, dass so etwas in Deutschland möglich ist“
Norman Zander verlor seinen Sohn (2) nach einem mutmaßlichen Behandlungsfehler. Nun spricht er über die Stunden vor Noahs Tod und den Kampf um Antworten.






