Durch die systematische Analyse historischer Datensätze des Radioteleskops Very Large Array im US-Bundesstaat New Mexico ist einem Forschungsteam ein seltener astrophysikalischer Nachweis gelungen. Die Beobachtungen weisen auf ein mittelschweres Schwarzes Loch hin, das in einer 3,4 Milliarden Lichtjahre entfernten Zwerggalaxie einen passierenden Stern zerrissen hat.Anzeige

Dieses spezielle Ereignis trägt die offizielle Bezeichnung AT2019ijn und definiert eine gänzlich neue astronomische Klasse von Vorgängen. Durch die genaue Analyse des Sternentods schließt die Wissenschaft eine lange bestehende Lücke im Verständnis der kosmischen Evolution.

Schwarzes Loch: Das fehlende Bindeglied in der Astrophysik

Mittelschwere Schwarze Löcher gelten in der Astrophysik als das lange gesuchte fehlende Bindeglied zwischen zwei bereits bekannten Extremen. Auf der einen Seite existieren stellare Schwarze Löcher, die aus kollabierenden Sternen entstehen und etwa fünf bis hundert Sonnenmassen aufweisen. Auf der anderen Seite thronen die supermassereichen Schwarzen Löcher in den Zentren großer Galaxien, die bis zu mehreren Milliarden Sonnenmassen in sich vereinen. Der Nachweis der Objekte dazwischen, die typischerweise 100 bis 100.000 Sonnenmassen umfassen, gestaltet sich jedoch äußerst schwierig, da sie nur selten direkt mit ihrer Umgebung interagieren.Anzeige