Nach drei Tagen im Polizeigewahrsam ist in Casablanca der regierungskritische marokkanisch-französische Journalist Ali Lmrabet am Mittwoch vorläufig freigelassen worden. Er war am Sonntag nach seiner Landung auf dem Flughafen in Tanger festgenommen und nach Casablanca gebracht worden. Die Schriftstellervereinigung PEN Berlin forderte seine bedingungslose Freilassung, über die seine Familie am Mittwoch die Zeitung „El País“ informierte.Die Festnahme ist nach Einschätzung des PEN Berlin Teil einer Kampagne mit dem Ziel, „die verbliebenen unabhängigen Stimmen in Marokko zum Schweigen zu bringen“. Auch „Reporter ohne Grenzen“ und die marokkanische Vereinigung für Menschenrechte (AMDH) hatten sich für Lmrabet eingesetzt, der in Barcelona lebt.Seine beiden Satiremagazine sind seit 2003 verbotenIn Marokko werden dem 66-Jährigen Verleumdung, üble Nachrede und die Verbreitung falscher Informationen über soziale Medien vorgeworfen. Lmrabet, der auch einen französischen Pass besitzt, wurde wenige Stunden vor dem Beginn des offiziellen Besuchs des französischen Premierministers Sébastien Lecornu in Rabat freigelassen.Im Jahr 2003 war Lmrabet wegen Majestätsbeleidigung zu drei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt worden. Seine beiden Satiremagazine wurden verboten. 2004 wurde er zwar begnadigt, erhielt aber für zehn Jahre ein Berufsverbot in Marokko, woraufhin er nach Barcelona ging. Laut PEN Berlin wurde einen Tag später in Casablanca der marokkanische Filmemacher und Musiker El Mahdi Lyoubi verhaftet. Aus dessen Umgebung hieß es, man werfe ihm regimekritische Äußerungen auf Social Media und die Unterstützung der Protestbewegung „GenZ 212“ vor.
Marokkanischer Journalist Ali Lmrabet wieder frei
Der regierungskritische marokkanisch-französische Journalist Ali Lmrabet ist nach drei Tagen in Casablanca aus dem Polizeigewahrsam entlassen worden. Wegen „Majestätsbeleidigung“ saß er schon einmal im Gefängnis.










