Popstars Gallagher und Collins: »Macht ihn das auch nur annähernd so einflussreich wie mich? Nö«

Jahrelang war Phil Collins, 75, der Watschenmann des britischen Pop. Es gehörte fast schon zum guten Ton, den Sänger und Schlagzeuger der Gruppe Genesis zu verachten – und dies auch öffentlich kundzutun. Besonders Noel Gallagher tat sich dabei hervor, der Songwriter und Gitarrist der Band Oasis.

Schon 1994, beim ersten großen Interview mit dem »Guardian« , verkündete Gallagher als Mission seiner Band: »Wir müssen sicherstellen, dass Phil Collins aus den Charts fliegt – und Wet Wet Wet gleich mit. Und der einzige Weg, das geregelt zu kriegen, besteht nun mal darin, selbst in den Ring zu steigen und die Ratten totzutreten.« Seit der Promotion für das Oasis-Debütalbum »Definitely Maybe« hat Noel Gallagher Collins mehrfach als den »Antichristen« bezeichnet.

Der riesige Erfolg, den Collins besonders in den Achtzigerjahren mit Genesis und seinen Soloplatten hatte, machte ihn besonders zur Zielscheibe für Noel Gallagher. »Man muss nicht großartig sein, um Erfolg zu haben – siehe Phil Collins«, ätzte Gallagher einmal. Und 2002 bilanzierte er im »taz«-Interview : »Phil Collins hat fünfmal mehr Platten verkauft als ich. Macht ihn das auch nur annähernd so einflussreich wie mich? Nö.«