Der unter Druck stehende US-Zahlungsdienstleister Paypal hat Insidern zufolge das Interesse des Konkurrenten Stripe und des Finanzinvestors Advent International geweckt. Die beiden Unternehmen hätten bereits Anfang des Monats ein gemeinsames Angebot von 60,50 Dollar je Aktie unterbreitet, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Dies bewertet Paypal mit mehr als 53 Milliarden Dollar und entspricht einem Aufschlag von rund 28 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag.Eine erste Kontaktaufnahme hat es den Insidern zufolge bereits Anfang April gegeben. Bislang hätten die Bieter jedoch keine Antwort von Paypal erhalten. Stripe, Advent und Paypal lehnten eine Stellungnahme ab. Die Offerte trifft Paypal in einer Phase der Schwäche. Der Konzern, einer der Pioniere bei digitalen Zahlungen, hat in den vergangenen Jahren wegen der zunehmenden Konkurrenz massiv Marktanteile verloren, vor allem durch Anbieter wie Apple Pay und Google Pay. Der Börsenwert des Unternehmens, der auf dem Höhepunkt der Pandemie 2021 noch bei rund 360 Milliarden Dollar lag, fiel in diesem Jahr zeitweise auf ein Tief von 36 Milliarden Dollar. Allein in den vergangenen zwölf Monaten büßte die Aktie mehr als 40 Prozent ihres Werts ein. Gleichwohl übertraf Paypal im ersten Quartal mit einem Umsatzplus von sieben Prozent auf 8,35 Milliarden Dollar die Markterwartungen.Der erst im März angetretene Konzernchef Enrique Lores versucht, mit einer umfassenden Sanierung gegenzusteuern. Im April teilte er das operative Geschäft in drei Einheiten auf, die die Bereiche Checkout, den Privatkunden-Dienst Venmo sowie Zahlungen und Kryptowährungen umfassen. Zudem kündigte Lores im Mai an, mithilfe von KI die Abläufe zu verbessern. Dies werde in den nächsten zwei bis drei Jahren Einsparungen von rund 1,5 Milliarden Dollar bringen, die in neues Wachstum reinvestiert werden sollen.Im Zahlungssektor gab es bereits einige ÜbernahmenDie mögliche Paypal-Transaktion wäre ein weiterer Höhepunkt in einer Welle von Fusionen und Übernahmen in der globalen Zahlungsbranche. Wegen des rasanten technologischen Wandels und des Aufstiegs künstlicher Intelligenz suchen die Unternehmen zunehmend nach Größe durch Zukäufe. Zudem streben sie nach einem Engagement in schneller wachsenden Segmenten wie grenzüberschreitenden Zahlungen und im Firmenkundengeschäft, da das traditionelle Geschäft mit der Zahlungsabwicklung langsamer wächst. „Der Zahlungssektor ist seit Langem ein Hotspot für Übernahmen, und man muss sich fragen, warum Paypal nicht schon längst übernommen wurde“, sagte Dan Coatsworth, Marktexperte bei AJ Bell. „Stripe und Advent sehen offensichtlich eine Chance, ein Unternehmen zu kaufen, das zwar angeschlagen, aber noch nicht am Ende ist.“Global Payments übernahm im laufenden Jahr den Rivalen Worldpay für 24,25 Milliarden Dollar. Zudem gab es eine Reihe kleinerer Transaktionen, wie die Übernahme von Payoneer Global durch die kanadische Firma Nuvei für 2,75 Milliarden Dollar. Nuvei wird unter anderem von Advent International unterstützt, was die Erfahrung des Finanzinvestors in diesem Sektor unterstreicht.Mit Stripe und Advent haben sich ein strategischer Konkurrent und ein erfahrener Finanzinvestor zusammengetan. Stripe, mit Hauptsitzen in San Francisco und Dublin, ist nicht börsennotiert und gilt als eines der wertvollsten Unternehmen der Branche. Bei einer Finanzierungsrunde im Februar wurde es mit 159 Milliarden Dollar bewertet. Das Unternehmen ermöglicht es Firmen, Zahlungen anzunehmen und Finanzprozesse zu automatisieren. Den mit den Plänen vertrauten Personen zufolge wollen Stripe und Advent Paypal zu gleichen Teilen übernehmen. Die Offerte sei durch Finanzierungszusagen von Banken über etwa 50 Milliarden Dollar abgesichert, sagte einer der Insider.
Insider: Stripe und Advent legen milliardenschweres Angebot für Paypal vor
Beide Unternehmen sollen gemeinsam 60,50 Dollar je Aktie für den US-Zahlungsdienstleister bieten. Paypal hat bisher noch nicht auf die Übernahmepläne reagiert.










