Als Vater einer Studentin, die gerne am Wochenende lustige Raves und wilde Feiern in Abbruchhäusern besucht, ist man manchmal etwas irritiert. Könnte die Tochter Sonntagmittag nicht mal ans Telefon gehen? Schläft sie noch? Sitzt sie in der Bibliothek? Oder liegt sie mit Freunden an der Isar und erholt sich von der durchtanzten Nacht? Aber klar, eine 22-Jährige hat das Leben vor sich, das gilt es zu genießen, genauso wie die Partys, die hoffentlich noch kommen werden.Jetzt aber die gute Nachricht: Es ist eigentlich nie zu spät, um Spaß zu haben. Selbst wenn man nicht mehr ganz jung ist. Das mag nach einem Kalenderspruch klingen, allerdings nicht im Zusammenhang mit der großartigen Lillian Droniak. Sie ist definitiv keine 22 mehr, hat aber immer noch den Wunsch, die Nacht zum Tag zu machen, was in ihrem Altenheim in Shelton, einer Kleinstadt in Connecticut, zuletzt Aufruhr erregte.Denn Lillian, 96 Jahre alt, hat es mit dem Feiern offenkundig übertrieben, zumindest sah das die Heimleitung so, die ihr einen schriftlichen Verweis erteilte: Partys im Zimmer seien nicht erlaubt, auch die Bewirtung anderer Damen und Herren mit Alkohol sei streng verboten. Die Überwachungskameras hätten außerdem den Beweis erbracht, dass noch um ein Uhr nachts nicht mehr ganz taufrische Gäste aus Lillians Gemächern gekommen seien, und das an einem Dienstag. Im Wiederholungsfall droht Lillian nun sogar der Rausschmiss aus dem ehrenwerten Haus.Die Seniorin lässt sich von solchen Spießern allerdings nicht davon abhalten, auch in der „Schlusskurve ihres Lebens“, wie sie das nennt, ordentlich Gas zu geben. „Ich kann machen, was ich möchte“, teilt sie ihren vier Millionen Fans auf Instagram mit, dieses Motto hat sie als Influencerin perfektioniert. „Keiner kann mich aufhalten.“ Schließlich zahle sie 12 000 Dollar pro Monat für ihren Platz im Seniorenheim – und mit diesen Worten zerreißt Lillian das Schreiben der Verwaltung vor der Kamera.Lillians Erfolgsrezept als Internet-Größe ist übrigens ganz einfach: einmal Partymaus, immer Partymaus, warum sollte sie auch nicht verschwenderisch mit ihrer Zeit umgehen und das Leben feiern. Weil ihr nichts mehr peinlich ist, trägt „Grandma Droniak“, so ihr Markenname, T-Shirts mit der Aufschrift „Too pretty for a job“ und trinkt Sauvignon Blanc aus einem riesigen Glas, schließlich habe ihr Doktor ja geraten, sich auf ein Glas pro Tag zu beschränken.Mit 96 sind manche uralt und andere im Kopf erst 22. Nur mit den Methusalem-Männern im Altersheim, erzählt Lillian in einem ihrer Posts, laufe es nicht immer ganz so gut: Die würden sie zwar gerne mal zu sich ins Zimmer einladen. Doch wenn sie dort angekommen sei, hätten die Männer längst vergessen, was sie von ihr wollten.