Entsetzen im hessischen Kelkheim: Auf offener Straße hat ein Mann (60) am Dienstagabend mit einer Stichwaffe seine Ehefrau (58) getötet. Der Täter wurde festgenommen, wie die Polizei sagte. Er wird voraussichtlich am späten Nachmittag einem Haftrichter vorgeführt.Das Motiv und die Hintergründe seien noch unklar. Polizei und Staatsanwaltschaft äußerten sich vorerst nicht zu der Frage, ob es sich bei dem Verbrechen um ein Femizid gehandelt haben könnte. Femizid bedeutet, dass Frauen aufgrund ihres Geschlechts getötet werden. Als häufigste Form gilt die Tötung von Frauen durch Partner oder Ex-Partner. Zu Tatmotiven der geschlechtsspezifischen Tötung von Frauen zählen männliches Besitzdenken, Frauenverachtung, sexuelle Frustration, Frauenhass sowie Kontroll- und Dominanzstreben.Die Tat ereignete sich den Angaben zufolge in der Kelkheimer Innenstadt im Bereich der Frankfurter Straße. Der Mann habe seine Frau am Abend angegriffen und ihr eine Schnittverletzung zugefügt. Die Frau sei dann vor Ort gestorben. Zeugen hätten den Angreifer überwältigt und bis zum Eintreffen der Einsatzkräfte festgehalten, erklärte ein Polizeisprecher in der Nacht. Polizeikräfte hätten ihn dann festnehmen können.Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.Zeuge in KelkheimWie das Polizeipräsidium Westhessen und die Staatsanwaltschaft Frankfurt gemeinsam mitteilten, wurde der Ehemann bei seiner Festnahme verletzt. Opfer und Täter sind laut Staatsanwaltschaft kroatische Staatsangehörige.Ein Augenzeuge berichtete, er sei nur etwa fünf Meter von der Attacke entfernt gewesen. Ein Mann, der womöglich betrunken gewesen sei, habe dem Opfer mit einer Machete in den Hals gestochen: „Alles voller Blut. Ich bin um mein Leben gerannt.“ Die Frau sei in dieselbe Richtung geflohen und dann – das habe er nicht mehr gesehen – anscheinend kollabiert, sagte der Zeuge, der nur seinen Vornamen Peter nennen wollte. Er habe nur einen einzigen Stich gesehen, dann sei die Attacke schon „vorbei“ gewesen, ergänzte der junge Mann.Auch für viele Menschen, die in der Innenstadt unterwegs waren, war der Abend ein Schock. „Dort gibt es verschiedene Lokalitäten. Entsprechend hatten wir dann auch den Publikumsverkehr“, sagte ein Polizeisprecher. Seelsorger seien vor Ort gewesen. „Das ist psychisch eine entsprechende Belastung, wenn man so etwas miterleben musste“, ergänzte er.Am Mittwoch legten Menschen Blumen am Tatort nieder. Eine der Passantinnen antwortet auf die Frage, warum sie eine Blume ablege: „Ganz ehrlich: Ich bin eine Frau.“ Frauen sollten in Deutschland in Freiheit leben können, sagt sie. Gerade deshalb habe sie das Geschehene sehr berührt.(dpa)
Auf offener Straße in Kelkheim: Ehemann tötet Frau mit Stichwaffe – was bisher bekannt ist
Mitten in der Stadt in Hessen wird eine Frau von ihrem Partner tödlich verletzt. Zeugen greifen ein und halten den Mann fest. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden.












