Am Dienstag haben Ermittler der Staatsanwaltschaft Frankfurt abermals Geschäftsräume der Deutschen Bank durchsucht. Die Strafverfolger konzentrierten sich diesmal auf die Privatkundenfiliale in den Bürotürmen der Bank, die an der Taunusanlage in der Frankfurter Innenstadt stehen. Die Zentrale der Deutschen Bank sei nicht betroffen, erklärte ein Sprecher der Frankfurter Staatsanwaltschaft auf Nachfrage. Der Durchsuchung liege ein Beschluss des Amtsgerichts Frankfurt vom Juni dieses Jahres zugrunde. Weitere Details könnten zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus ermittlungstaktischen Gründen nicht mitgeteilt werden, hieß es aus der Anklagebehörde.Die Deutsche Bank, die schon einige Erfahrung mit dem Besuch von Vollzugsbehörden hat, gab sich im konkreten Fall extrem schmallippig. Ein Sprecher des Instituts lehnte jeglichen Kommentar wie auch eine Einordnung der Razzia ab. Das „Handelsblatt“ berichtete derweil, dass die Durchsuchung zur Beweissicherung im Prozess gegen einen einzelnen Mitarbeiter gedient haben soll, der Kundengeld veruntreut haben soll. Ihm soll schon im August der Prozess vor dem Landgericht Frankfurt gemacht werden.Vorwurf der Geldwäsche – prominenter Ex-Kunde im FokusRazzien in der Deutsche-Bank-Zentrale haben eine gewisse Tradition. Zuletzt durchsuchten Ende Januar 2026 Fahnder des Bundeskriminalamts (BKA) im Auftrag der Staatsanwaltschaft Geschäftsräume in Frankfurt und in Berlin. Damals hieß es auf Anfrage bei den Strafverfolgern, die Ermittlungen richteten sich gegen unbekannte Verantwortliche und Mitarbeiter der Deutschen Bank wegen des Verdachts der Geldwäsche und in Zusammenhang stehender weiterer Vorwürfe nach dem Geldwäschegesetz. Im Fokus standen Geschäftsbeziehungen des größten deutschen Bankhauses zu ausländischen Gesellschaften, die wiederum zum Zwecke der Geldwäsche eingesetzt worden sein sollen.Wie damals die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete, könnte es sich dabei um verdächtige Unternehmen von Roman Abramowitsch gehandelt haben. Der russische Oligarch und Milliardär war über lange Jahre Kunde der Deutschen Bank. Seit 2022 steht Abramowitsch auf einer Sanktionsliste der EU. Die verdächtigen Transaktionen in seinem verschachtelten Firmenkonstrukt sollen Mitarbeitern der Bank lange nicht aufgefallen sein, hieß es in dem Zeitungsbericht.Sewing äußerte sich auf NachfrageDie Razzia im Januar sorgte für großes Aufsehen, weil sie einen Tag vor der Bilanzpressekonferenz der Deutschen Bank stattfand. Christian Sewing, seit 2018 Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank, wollte den Vorgang zunächst nicht kommentieren. Auf Nachfrage von Journalisten sagte Sewing, er wisse nicht, ob die Bank einen Fehler gemacht habe, dagegen gebe es grundsätzlich keine Garantie. „Das müssen wir aufarbeiten“, betonte der Bankchef. „Aber unsere Kontrollen insgesamt sind deutlich besser geworden, das sagen uns auch die Aufsichtsbehörden.“.So soll eine Geldwäscheverdachtsmitteilung des Instituts selbst laut „Handelsblatt“ auch zu den Ermittlungen gegen den Bankmitarbeiter geführt haben. Schon im Februar sei eine Anklage gegen ihn erhoben worden. Der Angeschuldigte soll Kundengelder auf ein Konto überwiesen haben, das er im Namen seiner Schwiegermutter eröffnet hatte. Die Deutsche Bank wollte die Angaben der Zeitung weder bestätigen noch dementieren und verwies auf strikte Anweisungen zur Geheimhaltung.In den vergangenen Jahren kam es zu mehreren Durchsuchungen der Deutschen Bank. Allein im Jahr 2022 verschafften sich die Ermittler dreimal Zutritt zu den Geschäftsräumen. Dabei handelte es sich um Greenwashing-Vorwürfe bei der Fonds-Tochtergesellschaft DWS, einen Verdachtsfall von Geldwäsche sowie eine Razzia im Zusammenhang mit dem Cum-Ex-Skandal.