Die Frage nach der Verantwortung
Die Kritik von Hiatt, Mayeur und anderen Organisationen ist inzwischen auch in Deutschland angekommen. In Karlsruhe übergaben Mayeur und Hiatt ihre Kritik bei einem kürzlichen Besuch auch schriftlich: In einem Brief an den EnBW-Vorstand fordern sie, die LNG-Verpflichtungen nicht auszuweiten und die Gas-Einkäufe am Ziel der Klimaneutralität auszurichten. Zugleich erinnern sie daran, dass die EnBW fast vollständig in öffentlicher Hand liegt – und damit aus ihrer Sicht eine besondere Verantwortung trägt. Ein geplantes Treffen mit den EnBW-Verantwortlichen kam nicht zustande. Es ließ sich kein gemeinsamer Termin finden, so die offizielle Erklärung.
Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Beschwerde gegen die EnBW eingereicht. Im Kern steht die Frage, ob der Konzern die Umwelt-, Gesundheits- und Menschenrechtsrisiken der LNG-Lieferkette ausreichend geprüft hat und ob aus den Vorwürfen Konsequenzen für die Verträge mit Venture Global folgen müssten. Auch die Vereinigung der Kritischen Aktionär:innen sieht die Lieferverträge als Teil einer fossilen Unternehmensstrategie.
Die EnBW weist die Vorwürfe zurück. Das Unternehmen erklärt, es halte an seinen Klimaschutzzielen fest; LNG-Lieferverträge änderten daran nichts. Die Vorwürfe aus Louisiana seien bekannt und würden in Risikoanalysen berücksichtigt. Gegenüber Venture Global verweist die EnBW auf eine Geschäftspartnerprüfung, vertragliche Unternehmensverantwortungs-Regelungen und regelmäßigen Austausch. Wie diese Regelungen konkret aussehen, legt das Unternehmen nicht offen; zu Vertragsdetails äußert es sich unter Verweis auf Vertraulichkeit nicht.








