Razzia in Rheinbach : Häftlinge sollen Bedienstete in der JVA mit Gutscheinen bestochen haben15.07.2026, 13:22Lesezeit: 2 Min.Bestechungsverdacht in der JVA Rheinbach: Bedienstete sollen sich von Häftlingen mit Gutscheinen bestochen haben lassen. Sieben Beamte wurden suspendiert.Im Bestechungsskandal in der Justizvollzugsanstalt (JVA) Rheinbach sollen Häftlinge Bedienstete mit Einkaufsgutscheinen zum Beispiel für Online-Warenhäuser bestochen haben. Das teilte das Justizministerium nach dpa-Informationen in einer vertraulichen Sitzung des Rechtsausschusses im Landtag mit. Die Abgeordneten erfuhren auch, dass in der JVA bereits seit 2024 verdeckt ermittelt wurde.Die Anstaltsleiterin hatte laut Ministerium alles ins Rollen gebracht. Ihr war demnach aufgefallen, dass Häftlinge immer häufiger Gutscheine mit der Post bekamen. Die JVA-Leiterin hegte den Verdacht, dass Bedienstete mit den Gutscheinen bestochen werden könnten – weshalb sie schon vor zwei Jahren Anzeige erstattete.Wie im öffentlichen Teil der Rechtsausschuss-Sitzung bekannt wurde, hatte die Anstaltsleiterin danach immer wieder Hinweise an die Behörden gegeben. Die Polizei Bonn richtete eine Ermittlungsgruppe mit dem Namen „Kiosk“ ein.Die Verdächtigen merkten erst am Dienstagmorgen, dass man ihnen auf der Spur war: Um 7.30 Uhr durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft Räume der JVA Rheinbach sowie Wohnungen in Köln, Euskirchen, Reinbach und Siegburg sowie in den Landkreisen Mayen-Koblenz und Neuwied.Sieben JVA-Bedienstete suspendiertSieben aktiven JVA-Bediensteten und einer ehemaligen Bediensteten wird vorgeworfen, gegen Bezahlung Drogen und Handys in das Gefängnis in Rheinbach geschmuggelt zu haben. Auch zahlreiche Inhaftierte und ehemalige Inhaftierte stehen im Fokus der Ermittler. Eine konkrete Zahl nannte die zuständige Staatsanwaltschaft Bonn auf Anfrage nicht.Wie im Rechtsausschuss bestätigt wurde, entdeckten die Polizisten bei den Razzien am Dienstag 15 Gramm Kokain und eine geringe Menge Amphetamin sowie eine alte Pistole, Patronen und Magazine. Das Kokain sei bei einem ehemaligen Häftling gefunden worden. Nach dpa-Informationen wurden in der JVA Rheinbach vor allem Serverdaten gesichert. Ansonsten beschlagnahmten die Ermittler bei den Razzien Handys, Laptops und Schriftsätze.Die sieben beschuldigten aktiven JVA-Bediensteten wurden laut Ministerium suspendiert und haben von der Gefängnisleitung Hausverbot bekommen.In der Sondersitzung des Rechtsausschusses im Landtag bohrte die Opposition vor allem bei der Frage nach, wann Justizminister Benjamin Limbach (Grüne) von den seit zwei Jahren laufenden Ermittlungen erfahren hat. Der Minister sagte im Ausschuss, dass er selbst erst eine Stunde nach Beginn der Razzien davon erfahren habe.Gleichzeitig sagte ein Mitarbeiter Limbachs im Rechtsausschuss, dass die Anstaltsleiterin der zuständigen Stelle im Ministerium kurz vor den anstehenden Durchsuchungen Bescheid gesagt habe. Warum diese Information nicht bei Limbach landete, blieb unklar. Der FDP-Rechtsexperte Werner Pfeil sagte nach der Sitzung, dass auch offen geblieben sei, ob und wann das Ministerium über die seit Jahren laufenden Ermittlungen informiert worden sei.
JVA Rheinbach: Bestechungsskandal bringt Limbach unter Druck
Bestechungsverdacht in der JVA Rheinbach: Bedienstete sollen sich von Häftlingen mit Gutscheinen bestochen haben lassen. Sieben Beamte wurden suspendiert.











