Viele Kreditausfälle : Genossenschaftsbanken rechnen mit weniger Gewinn15.07.2026, 13:49Lesezeit: 2 Min.Die Probleme der deutschen Wirtschaft gehen an der genossenschaftlichen Bankengruppe nicht spurlos vorbei. Zuletzt mussten einige Institute in Schieflage gestützt werden.Die deutschen Genossenschaftsbanken rechnen für 2026 angesichts der schwachen Konjunktur und der geopolitischen Unwägbarkeiten mit verstärktem Druck auf die Ergebnisse. Der Bundesverband der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) erwarte für das laufende Jahr ein „deutlich geringeres konsolidiertes Ergebnis vor Steuern“, sagte Vorstandsmitglied Tanja Müller-Ziegler am Mittwoch auf der Jahrespressekonferenz in Frankfurt. 2025 hatte sich das Ergebnis vor Steuern in der genossenschaftlichen Finanzgruppe zwar um 2,1 Prozent auf 11,6 Milliarden Euro verbessert. Dafür war aber vor allem ein Gewinnsprung von 56 Prozent auf 2,46 Milliarden Euro im Versicherungsgeschäft maßgeblich. Das Ergebnis im Bankengeschäft schrumpfte um sieben Prozent.Der Vorsteuergewinn sei der zweithöchste in der Geschichte der Genossenschaftsbanken nach dem von 2023 gewesen, sagte BVR-Präsidentin Marija Kolak. „Für uns ein positives Signal, gerade in einer Zeit, in der Wachstum nicht selbstverständlich ist.“ Zur genossenschaftlichen Finanzgruppe gehören die DZ Bank, 646 Volks- und Raiffeisenbanken, Sparda-Banken und Spezialinstitute sowie die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die Fondsgesellschaft Union Investment und der Versicherer R+V.Oft Schlagzeilen mit der Schieflage kleinerer InstituteDie Probleme der deutschen Wirtschaft spürt der BVR vor allem bei der Risikovorsorge. Die Rückstellungen für faule Kredite sanken 2025 zwar um vier Prozent auf 4,32 Milliarden Euro, lagen aber höher als im Durchschnitt der zehn Jahre davor. 72 Prozent der Risikovorsorge entfielen auf bereits ausgefallene Kredite, der Rest auf drohende Ausfälle, bei denen noch keine Leistungsstörungen erkennbar waren. Im laufenden Jahr könnte die Risikovorsorge leicht sinken, obwohl die Kreditausfälle im Firmenkundengeschäft hoch seien, sagte BVR-Vorstandsmitglied Daniel Quinten. Die Kernkapitalquote, mit der die Banken die Risiken in ihrer Bilanz abpuffern, stieg 2025 branchenweit auf 16,5 von 1,3 Prozent.Der genossenschaftliche Bankensektor macht derzeit gehäuft Schlagzeilen mit Schieflagen einzelner – zumeist kleinerer – Institute, die von der Branche aufgefangen werden. Teilweise hatten deren Vorstände einen eigenwilligen Kurs mit Engagements außerhalb des Kerngeschäfts gefahren und damit Schiffbruch erlitten. Die Mitglieder des BVR hatten deshalb im Juni unter dem Titel „Geno Next Level“ verschärfte Eingriffsrechte ihrer Sicherungseinrichtung beschlossen. „Wir haben Geno Next Level angestoßen und umgesetzt, weil wir bei Verantwortlichen in einzelnen Banken hochriskante Geschäfte, Missmanagement oder grob fahrlässiges Verhalten gesehen haben“, sagte Kolak. „Die Folgen werden meist Jahre später sichtbar – und kommen unsere Solidargemeinschaft teuer zu stehen.“Der Verband könne Fehlverhalten Einzelner oder zu große Risiken nicht verhindern, habe aber sichergestellt, bei einzelnen Banken früher und sehr konsequent durchgreifen zu können, sagte Kolak. Im nächsten Jahr will der BVR zudem einen Vorstands- und Aufsichtsratskodex einführen, der eine wirksame Kontrolle durch die Aufsichtsräte und eine nachhaltige Unternehmensführung gewährleisten soll.
Gewinne unter Druck: Genossenschaftsbanken spüren die Konjunkturflaute
Die Probleme der deutschen Wirtschaft gehen an der genossenschaftlichen Bankengruppe nicht spurlos vorbei. Zuletzt mussten einige Institute in Schieflage gestützt werden.









