Was die Daten zeigen: Je mehr Betreuungsplätze eine Region schuf, desto häufiger nahmen Väter Elternzeit – meist für zwei Monate, und meist dann, wenn das Kind zwischen zwölf und 14 Monate alt war. Genau in dieser Phase wechseln viele Kinder in die Kita. Mütter dagegen verkürzten ihre Elternzeiten. Im zweiten und dritten Lebensjahr des Kindes stieg ihre Erwerbstätigkeit deutlich, während Väter häufiger in Teilzeit statt Vollzeit arbeiteten. Die Arbeitszeiten beider Elternteile näherten sich dadurch etwas an, auch wenn Väter im weiteren Verlauf ihre eigene Arbeitszeit nur leicht reduzierten.
Rollenbilder verändern sich nur schleppendFür die Studienautoren war das ein Indiz dafür, dass Rechtsanspruch und Elterngeld als familienpolitisches Instrument wesentlich zusammenwirken. Können Eltern sicher planen, dass ihr Kind nach dem ersten Geburtstag betreut wird, lassen sich Elternzeit und Berufsrückkehr besser aufeinander abstimmen. Verlässliche Betreuungsangebote schaffen demnach die Voraussetzung dafür, dass sich Paare Erwerbs- und Familienarbeit partnerschaftlicher aufteilen.
Ganz durchgesetzt hat sich diese neue Aufteilung allerdings nicht. Die Forschenden weisen darauf hin, dass sich die tatsächliche Verteilung der Sorgearbeit innerhalb der Familien bislang kaum verändert habe. Rollenbilder wandeln sich offenbar langsamer als das Erwerbsverhalten: Auch wenn Väter öfter in Elternzeit gehen und ihre Arbeitszeit anpassen, bleibt die Frage, wer sich um Haushalt und Kinder kümmert, weitgehend unverändert beantwortet.







