Helene Fischer kommt als Engel nach Zürich, wird zum singenden Star, vergiesst eine menschliche Träne und schwebt zurück in den HimmelDas Stadion Letzigrund ist nicht ausverkauft am Dienstagabend. Die gut dreissigtausend Fans der Schlagersängerin erleben ein zweieinhalbstündiges Konzert mit Zirkuseinlagen.15.07.2026, 10.07 Uhr3 LeseminutenHelene Fischer ergänzt ihr Schlagerrepertoire durch poppige Sounds.Andreas Rentz / GettyWohnen hier die Ausserirdischen? Inmitten des Stadions Letzigrund steht auf vier etwa fünf Meter hohen eisernen Beinen ein riesiger Kubus, fast ebenso hoch wie der Stadionbau. Er überdeckt eine quadratische Terrasse, eine Bühne, die auf der Nord- und Südseite in zwei dreissig, vierzig Meter lange Arme ausläuft, mitten ins dichtgedrängte Publikum hinein.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wenige Minuten vor 20 Uhr beginnt diese Science-Fiction-Konstruktion zu leuchten und zu flackern wie eine riesige Chilbibahn oder ein gigantischer Flipperkasten. Stampfende Rhythmen, gellende Sounds erfüllen den Abend. Und plötzlich geht ein Schauer durch die Massen im nicht ganz ausverkauften Letzigrund. Es wird geschrien, gezeigt und gestaunt, während sich vom Himmel hoch ein Engel auf die Bühne abseilen lässt: Helene Fischer!«Geniessen, geniessen, geniessen!»Das Konzert eröffnet die deutsche Sängerin mit dem Hit «Jetzt oder nie». Und das ist auch eine Art Glaubensbekenntnis: Carpe diem, will sie uns sagen – nutze den Tag. Auf ihrer Tournee feiert sie ihr 20-Jahr-Bühnenjubiläum. Wie schnell doch die Zeit vergehe, so findet sie. Und gibt dem Publikum einen Ratschlag: «Geniessen, geniessen, geniessen!»Sie selber sorgt nun dafür, dass der Abend ein Vergnügen wird. Sie bietet alles irgendwie Mögliche auf in ihrer interdisziplinären, multimedialen Supershow. Dazu gehören Lichteffekte, Feuerwerk und die vier Video-Screens auf den Seiten des Kubus. Dazu gehören auch eine Rockband, ein Bläserensemble und verschiedene Perkussionisten sowie die gut zwanzig Tänzerinnen und Tänzer, die den Star auf der futuristischen Bühnenanlage in wechselnden Choreografien begleiten und umgarnen.Im Zentrum aber steht fast immer Helene Fischer selber. Die 41-jährige Künstlerin trumpft ganz gross auf. Dem Auge helfen das leuchtende Blond und das goldglänzende Mikrofon ebenso wie das feuerrote Kleid, das förmlich zu lodern scheint mit seinen Fransen. So behält man sie im Blick; allerdings erscheint die kleingewachsene Künstlerin natürlich auch auf den Screens des Kubus – er ist ja hauptsächlich dafür da, den Star optisch zu vergrössern.Helene Fischer setzt zunächst auf die Musik. Vier harte Schläge pro Takt, eine gellende Melodie und deutsche Texte. Das scheint vorerst ihr Stil zu sein. Und so kann das Publikum gemütlich mitsingen oder schunkeln bei Liedern wie «Flieger», wo der Flug nie «vorbei, -bei, -bei» geht.Allerdings wird das Schlagerrepertoire durch poppige Titel wie «Schau mal herein» (Thema von Suzi Quatro inspiriert) oder «Herzbeben» (an Madonna erinnernd) bereichert. Ein Latin- und ein Afro-Medley sorgen überdies für eine exotische Abwechslung in der Rhythmik. So wird auch klar, wie virtuos die Instrumentalisten auf der Bühne sind, die sonst oft unter synthetischen Sounds verlorenzugehen drohen.Ein Engel schwebt in den HimmelHelene Fischer absolviert ihr wechselhaftes Programm sehr souverän. Gewiss ist ihr Gesang eher sportiv als expressiv, er ist auch fast immer auf das Fortissimo der Euphorie ausgerichtet; das Traurige und Melancholische hat in der Musik wenig Platz.Tränen gibt es aber trotzdem: zum einen, wenn die Sängerin, die eben auch als Moderatorin und gute Fee überzeugt, ihre Fans auf die Bühne lässt, kleine gerührte Mädchen, beobachtet von ihren tränenden Mamis. Zum andern vergiesst sie selber ein paar Tropfen, wenn sie an ihre Karriere denkt und ans baldige Ende der laufenden Tournee.Zuletzt aber – gewiss hundertfach hat sie sich beim Zürcher Publikum bedankt, und auch der Superhit «Atemlos durch die Nacht» ist schon gesungen –, da segelt der Star am Trapez zunächst durch das ganze Stadion. Und zum Schluss schwebt sie, wie sie gekommen ist, an einem Seil zurück in den Himmel.Passend zum Artikel
Helene Fischer in Zürich: Tränen, Sternenglanz und eine grosse Show
Das Stadion Letzigrund ist nicht ausverkauft am Dienstagabend. Die gut dreissigtausend Fans der Schlagersängerin erleben ein zweieinhalbstündiges Konzert mit Zirkuseinlagen.










