Fußball-WM-Prognose : So eng ist das Duell Argentinien gegen England im Halbfinale15.07.2026, 07:37Lesezeit: 2 Min.Schafft es Lionel Messi nach der Krönung in Qatar noch mal ins WM-Finale? Im Weg stehen im brisanten Halbfinale die Engländer von Thomas Tuchel. Die Daten der F.A.Z.-Prognose verraten, wer Favorit ist.Scaloni weiß natürlich um die Brisanz durch die sportliche und politische Vergangenheit. Und nur zu gern hätten die Reporterinnen und Reporter in Kansas City eine Kampfansage an den Rivalen gehört. Doch der Trainer sagte nur: „Es ist ein Fußballspiel, das ist die Botschaft. Wir werden gegen einen starken Gegner mit einem exzellenten Trainer spielen. Das ist alles.“Die Daten bestätigen Scalonis Einschätzung. Das Halbfinale wird die bisher härteste Prüfung für den Weltmeister von 2022. Damals gewann er den Titel im Finale gegen Frankreich. England scheiterte am gleichen Gegner schon im Viertelfinale. Auch die Weltrangliste zeigt die Stärke beider Teams. Die Argentinier sind Zweiter, England liegt auf Platz vier.Hier liegen die Südamerikaner also noch vorn, in anderen Kategorien aber nicht mehr. Bei den durchschnittlichen Marktwerten der Nationalspieler im WM-Kader spielt natürlich auch die Stärke der englischen Premier League eine Rolle. Die Auswahl des deutschen Trainers Thomas Tuchel kommt auf 52,31 Millionen Euro, die Argentinier kommen nur auf 31,06 Millionen Euro.In der Gesamtbewertung ergibt sich eine Siegwahrscheinlichkeit von 36,4 Prozent für England, für den Weltmeister aus Argentinien sprechen nur 31,7 Prozent. Die Unterschiede sind gering, so ist es auch zu 31,9 Prozent möglich, dass es eine Verlängerung oder gar Elfmeterschießen gibt. Dort bleiben die Engländer mit 53,74 Prozent Favorit; für Argentinien sprechen 46,26 Prozent.Wer führt die WM-Prognose durch?Daniel Memmert, Mathematiker, Professor und geschäftsführender Institutsleiter am Institut für Trainingswissenschaft und Sportinformatik, kennt insbesondere auch die psychologischen Tücken von Vorhersagen und konnte in eigener Forschung belegen, dass sich Experten dabei regelmäßig überschätzen. Daher empfiehlt er, statt auf einzelne Expertenmeinungen lieber auf die Prognosen von datenbasierten Modellen zu vertrauen. Seine weiteren Arbeitsschwerpunkte liegen in der Bewegungswissenschaft (Kognition und Motorik), in der Sportpsychologie (Aufmerksamkeit und Motivation) sowie in der Sportinformatik (Big Data, ML, KI). Sein Institut kooperiert mit verschiedenen Fußball-Bundesligavereinen, Dax-Unternehmen und organisiert den ersten internationalen Weiterbildungs-Masterstudiengang „Spielanalyse“ sowie das Zertifikat „Sportdirektor im Amateur- und Nachwuchsleistungsfußball“.Fabian Wunderlich, Mathematiker, hat mehrere Jahre im Sportwettenbereich gearbeitet und an der Deutschen Sporthochschule Köln zum Thema Vorhersagemodelle im Sport promoviert. Seine primäre Expertise liegt in der Anwendung von mathematischen und informatischen Verfahren auf Sportdaten, und seine Forschungsschwerpunkte liegen unter anderem in den Bereichen Vorhersagemodelle, Sportwetten, Wettquoten sowie Zufallseinflüsse im Sportspiel.Gemeinsam haben sich beide in einem Übersichtsartikel mit Vorhersagemodellen im Sport befasst und in einer aktuellen Studie den hohen Zufallseinfluss im Fußball nachgewiesen, der letztlich die Vorhersagen so schwierig macht. Darüber hinaus wissen sie, wie wichtig Wettquoten im Vorhersagebereich sind, und haben den Nutzen von Wettquoten für die Analyse von Leistungsstärken und in der Vorhersage von Fußballspielen untersucht. Weitere aktuelle Studien befassen sich mit der Frage, inwiefern Positionsdaten oder Social-Media-Daten Vorhersagemodelle für Fußballspiele verbessern können.