PfadnavigationHomeRegionalesRheinland-Pfalz & SaarlandEntschuldigung am fünften Jahrestag der KatastropheStand: 19:46 UhrLesedauer: 3 MinutenDer Staat habe in der Flutnacht versagt, sagte Ministerpräsident Schnieder.Quelle: Boris Roessler/dpaDie einen warten seit Jahren darauf, für andere kommt sie zu spät: Eine Entschuldigung für staatliches Versagen bei der Flutkatastrophe mit 135 Toten an der Ahr. Was Ministerpräsident Schnieder sagte.Am fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Ahrtal hat der neue rheinland-pfälzische Ministerpräsident Gordon Schnieder die Betroffenen um Entschuldigung gebeten. Der Staat habe damals sein Versprechen nicht eingehalten, seine Bürgerinnen und Bürger zu schützen, sagte der CDU-Politiker am Abend auf dem Marktplatz in Bad Neuenahr-Ahrweiler. «Der Staat hat in dieser Frage und in dieser Nacht versagt.» Dafür bitte er als Ministerpräsident um Entschuldigung. Es folgte Beifall im Publikum.Zuvor war in einer Schweigeminute an die Katastrophe erinnert worden, bei der mindestens 135 Menschen ums Leben kamen und Hunderte verletzt wurden.«Menschen sind fehlbar. Organisationen und Institutionen sind fehlbar. Es war Fehlbarkeit, die dazu führte, dass das Ahrtal nicht auf diese Katastrophe vorbereitet war», sagte Schnieder bei der Gedenkveranstaltung mit Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU). Fehlbarkeit habe dazu geführt, dass so viele Menschen gestorben seien. «Es war Fehlbarkeit, dass das Leid in dieser Schicksalsnacht nicht abgemildert wurde.»Schmerzhafter Blick zurück«Auch fünf Jahre danach bleibt die Flutnacht einfach nur schrecklich», betonte Schnieder. «Der Blick zurück schmerzt.» Für ihn sei Gedenken kein einmaliger Termin. «Es ist eine Verpflichtung den Menschen im Ahrtal gegenüber - und allen gegenüber, die die Flut in unserem Land traf.» Er habe versprochen, das Tal nicht zu vergessen. Die Region sei und bleibe Schwerpunkt seiner Regierung. «Wir schauen genau hin und bleiben dran. Das gilt für das Unsichtbare - die psychosozialen Hilfen - genauso wie für das Sichtbare - den Wiederaufbau.»Der 51-Jährige aus der Eifel war zum Zeitpunkt der tödlichen Flut an der Ahr CDU-Landtagsabgeordneter. Als Oppositionsführer und Landesparteichef hatte Schnieder vor gut einem Jahr angekündigt, sich im Falle eines Wahlsiegs bei den Menschen im Ahrtal zu entschuldigen. Das löste er nun rund zwei Monate nach seiner Vereidigung als Regierungschef ein.Landrätin spricht von wichtigem SignalNach Ansicht von Ahr-Landrätin Cornelia Weigand ist eine