Mit gerade mal 26 Jahren hat er sein erstes Nummer-eins-Album produziert: Rostam Batmanglij. Damals noch für die von ihm mitgegründete Band Vampire Weekend, die in den späten 2000er- und frühen 2010er-Jahren dem US-amerikanischen Indie-Pop einen sehr globalen Anstrich gaben und dafür riesig gefeiert wurden. Inzwischen macht Batmanglij, dreifach Grammy-nominiert, unter seinem Vornamen Rostam, der zugleich sein Künstlername ist, allein Musik. Wer ist dieser Mann, was treibt ihn an?Herr Batmanglij, wenn wir auf Ihre Geschichte zurückblicken: Als Vampire Weekend bekannt wurde, verglichen Kritiker Ihre Musik oft mit Paul Simons Global-Pop-Album „Graceland“ von 1986.Es ist amüsant, im Rückblick darauf zu schauen. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine britische Zeitung, die eigens einen Musikwissenschaftler engagierte – natürlich einen weißen Typen –, um fundiert zu klären, wie „afrikanisch“ unsere Musik denn nun wirklich sei. Der „Graceland“-Vergleich ist uns ständig angeheftet worden, dabei klingt eigentlich nichts vom ersten Album danach. Beim zweiten Album könnte man allenfalls „White Sky“ heranziehen, aber sonst? Nichts.

Matthew Weinberger

Zur Person

Rostam Batmanglij, geboren am 28. November 1983 in Washington, D.C. als Sohn iranischer Eltern, ist ein US-amerikanischer Musiker, Komponist und Produzent. Er gilt als einer der großen Pop- und Indie-Rock-Produzenten seiner Generation und wurde dreifach bei den Grammys nominiert, wovon er einen auch gewann. Noch während seines Musikstudiums an der New Yorker Columbia University gründete er mit Freunden die Band Vampire Weekend. Nach „Half-Light“ (2017) und „Changephobia“ (2021) ist „American Stories“ nun sein drittes Solo-Album.