Mit der Entschlüsselung von Wandzeichen aus Ruinen der Maya haben Archäologen in Guatemala den Namen eines Astronomen und Mathematikers der einstigen Zivilisation ermittelt. Kulturminister Luis Méndez sagte, es handele sich um die bisher einzige Arbeit, die einem Mathematiker aus der Phase der Maya-Klassik zugeordnet werden könne. Diese Phase dauerte von 250 bis 900 nach Christus und gilt als Blütezeit der Zivilisation.Die Wissenschaftler um Heather Hurst vom Skidmore College im US-Bundesstaat New York untersuchten astronomische Berechnungen an der Wand einer Kammer in der Maya-Ruinenstadt Xultún. Die Formel ende mit einem Namen und schreibe das Werk somit einem Mann namens Sak Tahn Waax zu – das bedeute so viel wie »Weißbrustfuchs«, berichten die Forschenden im Fachjournal »Antiquity«. Sie gehen davon aus, dass der Gelehrte im 8. Jahrhundert lebte.

»Im Korpus der Maya-Texte einzigartig«Die Innenwände der Kammer seien mit Porträts sitzender und kniender Männer unterschiedlichen Alters und Standes bemalt, berichten Heather Hurst und ihre Kollegen. Außerdem gebe es an den Wänden 52 Mikrotexte. Sie stammten von Maya-Mathematikern und beschrieben die Zyklen von Himmelskörpern relativ zur Erde und zueinander. Ein Teil davon sei mit dem Namen »Weißbrustfuchs« verbunden.