Ein milliardenschweres Gazprom-Gasprojekt in Russland beschäftigt jetzt deutsche Gerichte. Nach Informationen des Handelsblatts beginnt am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt der erste Prozess. Die Deutsche Bank fordert rund 260 Millionen Euro vom Industriegaskonzern Linde zurück.Nach Einschätzung der Financial Times (FT) könnte der Rechtsstreit Grundsatzcharakter haben und klären, wer die finanziellen Folgen westlicher Russland-Sanktionen tragen muss. Insgesamt fordern deutsche Banken inzwischen rund 810 Millionen Euro.
Gasprojekt von Linde und Gazprom-Tochter: Deutsche Banken verloren Hunderte Millionen Euro
Hintergrund ist ein Gasprojekt im russischen Ostseehafen Ust-Luga unweit der Grenze zu Estland, das Linde gemeinsam mit der Gazprom-Tochter RusChemAlliance (RCA) realisieren sollte. Der Auftrag hatte für Linde ein Volumen von rund fünf Milliarden Dollar. Das Unternehmen sollte eine Gasverarbeitungsanlage sowie eine Anlage zur Verarbeitung von Flüssigerdgas (LNG) errichten. Dafür erhielt Linde Vorauszahlungen von mehr als einer Milliarde US-Dollar. Mehrere Banken stellten Bürgschaften für die Vertragserfüllung.
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine im Februar 2022 stellte Linde das Projekt wegen der EU-Sanktionen ein. Die Banken verweigerten daraufhin die Auszahlung der Garantien mit der Begründung, dies würde gegen europäische Sanktionen verstoßen.










