In Fontainebleau nahe Paris brennt ein großes Waldstück. Es gilt als grüne Lunge der französischen Hauptstadt, sie liegt etwa 50 Kilometer entfernt. Erstmals wurden zwei Löschflugboote vom Typ Canadair 415 in die Region um die französische Hauptstadt beordert. Normalerweise sind sie an der Mittelmeerküste und auf Korsika im Einsatz. Die Amphibienflugboote schöpfen das Löschwasser aus der Seine statt wie sonst aus dem Meer oder von Seen.In großen und unzugänglichen Waldgebieten sind Löschflugzeuge und Hubschrauber oft die einzige Chance, einen Brandherd einzudämmen und die Feuerwehren am Boden effektiv zu unterstützen. Die westliche Welt verfügt aber nur über einen Anbieter von Löschflugbooten: die Maschinen vom Typ Canadair 215 T oder 415 des kanadischen Herstellers Bombardier. Seit 2016 wurden die Spezialflugzeuge von Viking Air bis vor etwa fünf Jahren in Kanada gebaut. Die Nachfolgefirma De Havilland Aircraft of Canada will das Flugzeug von etwa 2030 an wieder bauen, dann modernisiert als Canadair 515.Auf die Feuerbekämpfung aus der Luft hin konstruiertDie in ihren Grundzügen bereits Ende der Sechzigerjahre entwickelten Flugboote werden von zwei Propellerturbinen mit jeweils 2380 PS angetrieben. Die 415 hat als modernste Version, anders als die 215-T-Variante, vier statt zwei Löschtanks. Die Canadair 215 T / 415 ist zudem das einzige Flugzeug der westlichen Welt, das speziell auf die Feuerbekämpfung aus der Luft hin konstruiert wurde. Durch ihr Amphibienfahrgestell kann sie sowohl auf dem Land als auch auf dem Wasser starten und landen.Im Wald von Fontainebleau schlagen die Flammen empor.dpaAnders als bei Piloten von bodengebundenen Löschflugzeugen, die auf einem Flugplatz landen, ihren Wassertank aufgefüllt bekommen und in dieser Zeit Pause machen können, ist eine Canadair-Crew bis zum Tankstopp von Kerosin für die Turbinen im Dauereinsatz. Denn sofort nach dem Abwurf von etwa 6000 Liter Wasserballast über dem Feuer wird wieder auf dem nächstmöglichen See oder im Meer aufgesetzt und Löschwasser aufgenommen.Wasseraufnahme dauert zwölf bis 14 SekundenAls Besonderheit des Waldbrandes bei Paris operieren die Canadair-Flugboote ausnahmsweise sogar von der Seine nahe der Ortschaft Chartrettes aus. Dabei gleitet die Maschine auf dem Wasser, vergleichbar einem Tragflächenboot. Die Flüssigkeitsaufnahme dauert bei der Canadair zwar nur zwölf bis 14 Sekunden, ist aber anspruchsvoll für die Piloten.Denn das Flugboot ist bei diesem Manöver auf dem Wasser immer noch etwa 130 Kilometer in der Stunde schnell. Durch eine Luke unten am Rumpf wird das Wasser binnen Sekunden in die Löschtanks gepresst. 410 Meter Strecke auf der Seine reichen bereits, um die Löschtanks zu füllen. Diese Phase des Flugs ist ähnlich gefährlich wie der Flug über dem Brandherd, weil die Crew auf wechselnden Wind oder treibende Gegenstände im Wasser aufpassen muss. Eine Kollision mit Gegenständen auf dem Fluss bei Tempo 130 könnte das Flugzeug zerstören. Zudem hat die Zweimotorige nach dem Abheben sechs Tonnen mehr Gewicht und fliegt sich entsprechend schwerfälliger.
Brand nahe Paris: Löschflugboote helfen Einsatzkräften
In Fontainebleau bei Paris brennt der Wald. Erstmals holen Löschflugboote das dringend benötigte Wasser aus der Seine.







