Die zunehmend aggressive Rhetorik der iranischen Führung sorgt im politischen Berlin für Sorge. Der Vorsitzende des Geheimdienste-Kontrollgremiums des Bundestags, Marc Henrichmann (CDU), nahm neuerliche Drohungen aus Teheran zum Anlass, vor möglichen Attacken iranischer Nachrichtendienste in Deutschland zu warnen.»Wir müssen davon ausgehen, dass Irans Geheimdienste auch mit Angriffen in Europa tätig werden«, sagte Henrichmann dem »Handelsblatt«. Der CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter äußerte sich ähnlich. »Ich gehe davon aus, dass das Terrorregime bereits seit geraumer Zeit gezielte Tötungen und Terroranschläge im Westen und auch in Deutschland plant und vorbereitet«, sagte Kiesewetter der Zeitung.Auf einer mit Einschusslöchern und Fadenkreuzen gestalteten Grafik war dabei online auch ein Porträt von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) abgebildet gewesen. Ebenfalls auf der »Todesliste« standen etwa US-Präsident Donald Trump, Israels Regierungschef Benjamin Netanyahu, Frankreichs Präsident Emmanuel Macron, Italiens Regierungschefin Giorgia Meloni und der scheidende britische Premierminister Keir Starmer.

Henrichmann wertete die »Todesliste« als Zeichen für »die Verzweiflung, aber auch die Aggressivität Teherans«. »Das Regime versucht aktuell, nach empfindlichen Schwächungen seine Macht und seinen Einfluss in der Region zurückzugewinnen«, so der CDU-Politiker. Kiesewetter forderte die Ausweisung iranischer Diplomaten.Sicherheitsbehörden prüfen HinweiseTatsächlich warnen Sicherheitsexperten bereits seit geraumer Zeit vor möglichen Anschlägen, die etwa Irans Geheimdienst auf europäische Ziele verüben könnte. Die Sicherheitsbehörden gingen »verschiedenen Hinweisen zu mutmaßlichen Ausspähungen oder Vorbereitungen zu möglichen Anschlägen nach«, teilte ein Sprecher des Bundesinnenministeriums dem »Handelsblatt« mit.