Ultraorthodoxe Juden können sich in Israel bei der Verweigerung der Wehrpflicht künftig womöglich auf ein neues Gesetz berufen, das ihnen Sonderrechte einräumt.Israels Parlament, die Knesset, verabschiedete am Montag mit 63 zu 52 Stimmen ein Gesetz, das das Torastudium als »Grundwert des jüdischen Volkes und des Staates Israel« festschreibt. Das Studium religiöser Texte hat damit künftig eine Art Verfassungsrang. Die Entscheidung folgte auf eine stundenlange Debatte in der Knesset, bei der die Opposition versucht hatte, die Entscheidung herauszuzögern.

Ultraorthodoxe junge Männer könnten sich in Zukunft auf das Gesetz berufen, um den verpflichtenden Militärdienst zu verweigern. Sie waren jahrelang ohnehin von der Wehrpflicht ausgenommen – 2024 hatte das Oberste Gericht die Sonderregelung allerdings aufgehoben.Schätzungen zufolge sind derzeit etwa 80.000 ultraorthodoxe Männer im Alter von 18 bis 24 Jahren wehrpflichtig, haben sich jedoch nicht zum Militärdienst gemeldet. Israels Streitkräfte hatten zuletzt mehrfach darauf hingewiesen, dass akut rund 12.000 Rekruten benötigt werden.

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