Neuzugang im Paderborner Heinz Nixdorf Museumsforum (HNF): Einige Original-Racks des ersten Echtzeitcomputers Whirlwind sind als Dauerleihgabe in einer Installation zu sehen. Mit dem Lichtgriffel (Light Gun) und dem Radarbildschirm kann man dank einer Simulation sogar spielen oder nur verfolgen, wie der Rechner bei der Luftraumüberwachung eingesetzt wurde. Der von 1945 bis 1951 konstruierte Whirlwind setzte Maßstäbe, nicht nur in Eingabe von Daten über Telefon und der grafischen Bildschirmausgabe. Der für ihn erfundene Ferritkernspeicher löste 1953 die empfindliche Röhrentechnik ab, die Echtzeitdatenverarbeitung mit der telefonischen Datenfernübertragung (DFÜ) von einer Radarstation legten den Grundstein für das US-amerikanische Luftverteidigungssystem SAGE im Kalten Krieg.
Ein programmierbarer Flugsimulator
Die Entwicklung von Whirlwind begann im Zweiten Weltkrieg, als der Servomotorspezialist Jay Forrester von der US-Navy damit beauftragt wurde, einen „Real-Time Airplane Stability Control Simulator“ zu konstruieren. Heute unter dem Begriff Flugsimulator bekannt, sollte das System zur Pilotenschulung möglichst viele Flugzeugtypen umfassen, also programmierbar sein. Forrester machte sich zunächst daran, einen Analogrechner zu entwickeln, verwarf aber die Idee, als er die Funktionsweisen von ENIAC und EDVAC kennenlernte, insbesondere durch John von Neumanns First Draft of a Report on the EDVAC. Sein engster Mitarbeiter Robert Everett schilderte dies auf der legendären Konferenz zur Computergeschichte in Los Alamos 1976.









