Die Zahl der Wehrdienstverweigerer ist einem Bericht zufolge im ersten Halbjahr deutlich gestiegen. Bis zum 30. Juni seien 5862 Anträge beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) eingegangen, berichtete das Redaktionsnetzwerk Deutschland (Dienstagsausgaben) unter Berufung auf eine Sprecherin der Behörde. Das sind deutlich mehr als im gesamten Jahr 2025, als 3867 Anträge auf Kriegsdienstverweigerung gestellt worden waren.Hintergrund für den Anstieg dürften die angespannte Sicherheitslage und das Gesetz über den neuen Wehrdienst sein, das zum 1. Januar in Kraft trat. Kern ist die verpflichtende Musterung für junge Männer ab dem Jahrgang 2008. So sollen Freiwillige für einen Ausbau der Truppe rekrutiert werden. Sollten die Zielkorridore verfehlt werden, kann der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden. Auch Widerrufe von der Kriegsdienstverweigerung Die Wehrpflicht ist zwar ausgesetzt, bleibt aber weiter im Grundgesetz verankert. Unabhängig von der Aussetzung bleibt laut Bundesamt das Recht bestehen, den Kriegsdienst mit der Waffe aus Gewissensgründen gemäß Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes zu verweigern.Parallel dazu gibt es auch eine Reihe von Menschen, die ihre bereits erfolgte Kriegsdienstverweigerung widerrufen. Die „Neue Osnabrücker Zeitung“ hatte im April berichtet, im vergangenen Jahr sei dies 781 Mal der Fall gewesen, im ersten Quartal dieses Jahres bereits 233 Mal. (AFP, dpa)