GastkommentarPeter KyleDas Freihandelsabkommen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Schweiz: eine Partnerschaft für die ZukunftWohlstand entsteht durch Austausch mit der Welt – nicht durch Rückzug. Das neue Abkommen sei ein Zeichen für das Vertrauen in die Zukunft der britisch-schweizerischen Beziehungen, schreibt der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle.14.07.2026, 05.27 Uhr3 LeseminutenEine wichtige Errungenschaft ist die verbesserte Mobilität von Geschäftsreisenden. Menschen unterwegs in Canary Wharf in London.Toby Melville / ReutersAls das Vereinigte Königreich und die Schweiz 1855 ihren ersten Freundschaftsvertrag unterzeichneten, formalisierten sie eine Beziehung, die bereits über Jahrzehnte der Zusammenarbeit gewachsen war. Britische Unternehmer unterstützten die Industrialisierung der Schweiz – von der Textilindustrie bis zur Eisenbahn.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Gemeinsam trugen unsere Länder dazu bei, den Wintertourismus und den modernen Wintersport zu prägen. Generationen von Unternehmen, Wissenschaftern, Investoren und Reisenden haben Verbindungen aufgebaut, die bis heute lebendig sind.Handel und Investitionen stärkenPeter Kyle.Toby Melville / ReutersDie britisch-schweizerischen Beziehungen sind jedoch mehr als Geschichte. Sie sind das gemeinsame Bekenntnis zweier weltoffener Nationen zu Offenheit, Innovation, Rechtsstaatlichkeit und internationaler Zusammenarbeit. Unsere Volkswirtschaften wissen: Wohlstand entsteht durch Austausch mit der Welt – nicht durch Rückzug. Genau deshalb ist der Abschluss der Verhandlungen über ein erweitertes Freihandelsabkommen zwischen unseren beiden Ländern ein so bedeutender Moment.In einer Zeit, in der Protektionismus zunimmt und die globale wirtschaftliche Fragmentierung deutlicher wird, haben unsere Länder einen anderen Weg gewählt: mehr Zusammenarbeit, mehr Offenheit und ein gemeinsames Engagement, neue Chancen für unsere Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger zu schaffen.Das Vereinigte Königreich und die Schweiz sind die beiden grössten europäischen Volkswirtschaften ausserhalb der EU. Das Abkommen dürfte den bilateralen Dienstleistungshandel langfristig um rund 7,9 Milliarden Franken pro Jahr steigern. Es ist das bedeutendste Dienstleistungsabkommen, das das Vereinigte Königreich je abgeschlossen hat. Das Abkommen stärkt Handel und Investitionen, vertieft die Zusammenarbeit in Technologie und Innovation und bekräftigt das gemeinsame Bekenntnis zu einem regelbasierten internationalen Handelssystem.Die gegenseitigen Direktinvestitionen zwischen dem Vereinigten Königreich und der Schweiz beliefen sich Ende 2024 auf 87 Milliarden Pfund und unterstützen Arbeitsplätze, Innovation und Wachstum. Für Schweizer Unternehmen schafft das Abkommen einen verbesserten Zugang zu einem der weltweit grössten Dienstleistungsmärkte. Für das Vereinigte Königreich schafft es den stabilsten und offensten Rahmen für Investitionen, den die Schweiz mit einem Freihandelspartner je vereinbart hat. Damit entsteht eine noch stärkere Grundlage für künftige Investitionen und Partnerschaften.Eine der wichtigsten Errungenschaften des Abkommens ist die verbesserte Mobilität von Geschäftsreisenden. Moderner Dienstleistungshandel hängt ebenso von Menschen wie von Kapital ab. Das Abkommen stellt bestehende kurzfristige Mobilitätsregelungen auf eine dauerhafte Grundlage und führt einen massgeschneiderten visafreien Weg ein, der es Schweizer Dienstleistungserbringern ermöglicht, kurzfristig bis zu drei Monate im Vereinigten Königreich tätig zu sein. Dies erleichtert es Unternehmen, Fachwissen dort einzusetzen, wo es gebraucht wird, und jungen Berufsleuten, wertvolle internationale Erfahrung zu sammeln.Mehr als 70 Prozent des britisch-schweizerischen Dienstleistungshandels werden digital erbracht; vertrauenswürdige Datenflüsse sind daher unerlässlich. Das neue Kapitel zum digitalen Handel ist das umfassendste, das eines der beiden Länder je in einem Freihandelsabkommen vereinbart hat. Es stärkt die Verpflichtung, Daten sicher über Grenzen hinweg fliessen zu lassen, verhindert unnötige Lokalisierungsanforderungen und wahrt zugleich die Datenadäquanz. Zudem erleichtert es digitale Zahlungen, elektronische Signaturen, Verträge und Rechnungsstellung. Das Abkommen sichert ein offenes und berechenbares digitales Umfeld, auf das innovative Unternehmen zunehmend angewiesen sind.Für die Zukunft gerüstetDas Abkommen stärkt zudem die Grundlagen für künftige Innovation. Im Vereinigten Königreich und in der Schweiz sind einige der weltweit führenden Universitäten, Forschungseinrichtungen und Life-Sciences-Unternehmen ansässig. Indem wir ausgewogene Standards beim geistigen Eigentum beibehalten, stärken wir die Rahmenbedingungen, unter denen neue Technologien, wissenschaftliche Durchbrüche und medizinische Fortschritte entstehen können.Indem wir einen Dialog zwischen unseren Regierungen, der Wirtschaft und der Wissenschaft etablieren, stellen wir sicher, dass sich das Abkommen an künftige Innovationen anpassen kann – etwa an die tiefgreifenden Veränderungen, die KI mit sich bringt.Wir beabsichtigen zudem, Regelungen für zuschlagsfreies mobiles Roaming zu unterstützen, damit Reisende, Unternehmen und Familien in beiden Ländern einfacher verbunden bleiben können.Das Vereinigte Königreich und die Schweiz sind erfolgreich, weil wir Innovation fördern, Investitionen willkommen heissen und mit vertrauenswürdigen Partnern weltweit zusammenarbeiten. Doch dieses Abkommen ist mehr als eine Frage von Handelsstatistiken. Es ist ein Ausdruck des Vertrauens in die Zukunft der britisch-schweizerischen Beziehungen. Die 1855 formalisierte Freundschaft hat fast zwei Jahrhunderte der Zusammenarbeit geprägt. Dieses Abkommen stellt sicher, dass unsere Partnerschaft für die kommenden Jahrzehnte gerüstet ist – und bringt zwei vertrauenswürdige, weltoffene Volkswirtschaften näher zusammen, im gemeinsamen Streben nach Wohlstand und nachhaltigem Wachstum.Peter Kyle ist britischer Minister für Wirtschaft und Handel und Präsident des britischen Board of Trade.Passend zum Artikel
Freihandelsabkommen Schweiz - UK: mehr Zusammenarbeit, weniger Grenzen
Wohlstand entsteht durch Austausch mit der Welt – nicht durch Rückzug. Das neue Abkommen sei ein Zeichen für das Vertrauen in die Zukunft der britisch-schweizerischen Beziehungen, schreibt der britische Wirtschaftsminister Peter Kyle.










