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In Berlin regt man sich tagtäglich über vieles auf, lässt sich vielfach beunruhigen. Dreck, Rücksichtslosigkeit, Stau überall, Lärm. Aber Ruhe?

Es war vor einigen Tagen im S-Bahnhof Treptower Park. Laut Anzeige endete die Ringbahn dort. Die meisten der Fahrgäste nahmen den Weg zum anderen Bahnsteig. Auf dem Display wurde die mögliche Weiterfahrt bis Tempelhof angezeigt – in vier Minuten, in drei Minuten, in einer Minute. Dann wechselte die Anzeige wieder auf vier Minuten, drei Minuten … Laut Durchsage würde dann die Weiterfahrt Richtung Südkreuz mit einer anderen Bahn erfolgen – „im Abstand von jeweils 20 Minuten“.

Da wollte ich hin, dann mit dem Regio zu einem wichtigen Termin. Das konnte laut dieser Ansage („Taktfrequenz 20 Minuten“) knapp werden. Entsprechend war ich etwas nervös. Die meisten Leute auf dem Bahnsteig schienen das nicht zu sein. Weder riefen die wechselnden Minutenanzeigen auf dem Display noch die Ansage zum Intervall der möglichen Weiterfahrt besondere Reaktionen hervor. Ebenso nicht die Tatsache, dass wir uns schließlich in eine schon recht volle Bahn quetschen mussten. Durchaus rücksichtsvoll, aber auch irgendwie stoisch, gelangweilt, oder auch mit leichtem Lächeln hinter Handy und Kopfhörer. Alles irgendwie normal. In meiner ungewissen Aufgeregtheit war es aber genau das, was mich beunruhigte und zum Nachdenken brachte.