Wird die Fehmarnbeltquerung noch einmal teurer? Weil der Bau des Tunnels zwischen der Insel Fehmarn und dem Festland verzögert, erwägt die Deutsche Bahn eine Zwischenlösung. Die hält der Bundesrechnungshof für zu teuer.
Da der 7 Kilometer lange Fehmarnsundtunnel, der auf deutscher Seite die Insel Fehmarn mit dem Festland verbinden soll, erst nach dem Fehmarnbelttunnel fertig wird, braucht die Deutsche Bahn eine Übergangslösung. Die sieht vor, den Bahnverkehr übergangsweise über die Fehmarnsundbrücke laufen zu lassen. Auf der Brücke verläuft eine zweispurige Straße und eine eingleisige, nicht elektrifizierte Bahntrasse. Für diese Übergangslösung müsste die Trasse jedoch elektrifiziert werden.
Dieses Konzept kritisiert der Bundesrechnungshof: Die Elektrifizierung werde mehr als 60 Millionen Euro kosten, ein späterer Rückbau mindestens weitere 7,5 Millionen Euro, berichtet das Nachrichtenmagazin Der Spiegel unter Berufung auf einen Bericht der Behörde an mehrere Ausschüsse im Deutschen Bundestag, der als Verschlusssache eingestuft ist.
Es ist allerdings nicht gesichert, dass die Brücke aus den 1960er Jahren mit dem Spitznamen „Kleiderbügel“ den „Belastungen des künftigen Schienenverkehrs gewachsen“ sei, schreibt der Bundesrechnungshof in seinem Bericht. Er beruft sich dabei auf eine Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn, nach der es zu „weiteren Ermüdungsschäden am Tragwerk der Brücke“ kommen könne, „selbst wenn Schienenverkehr die Brücke nur übergangsweise und in reduzierter Form nutzt“.






