Wenn Oleksandr Kostin, Vize-Leiter der Kulturabteilung der Militärverwaltung von Charkiw und Umgebung, einen Gang durchs Stadtzentrum macht, kommt er gleich an mehreren Architekturdenkmälern vorbei, die von russischen Bomben getroffen wurden. Da ist das aus Sowjetzeiten stammende Hauptquartier des Geheimdienstes SBU, beschädigt ist daneben auch ein Gebäude der Universität. Den vielleicht traurigsten Anblick bietet das Charkiwer Nationale Kunstmuseum, eine architektonische Perle aus der Zarenzeit, vom Architekten Oleksij Beketow: Seitdem eine russische Shahed-Drohne am 14. Juni das Museum am Dach im ersten Stock traf und in ein Flammenmeer verwandelte, ist das Museum nur noch eine Fassade.