Am Montagmorgen gegen drei Uhr ist der aktuell meistbeachtete Patient in der Frankfurter Uniklinik angekommen. Der Amerikaner hat sich im Kongo, wo derzeit ein Ebola-Ausbruch grassiert, mit der Bundibugyo-Variante des Virus infiziert. Die Krankheit ist lebensbedrohlich. Nach Auskunft von Timo Wolf, dem Leiter der Sonderisolierstation der Klinik, ist der Zustand des Patienten seit seiner Ankunft stabil. Nähere Angaben zu seiner Person oder seiner Behandlung werden aus Rücksicht auf seine Persönlichkeitsrechte nicht gemacht.Dass der Amerikaner in Frankfurt behandelt wird, hat einerseits mit der medizinischen Expertise am Uniklinikum, andererseits mit der vergleichsweisen Nähe zu Afrika zu tun. Da die Flugzeit in die Vereinigten Staaten deutlich länger gewesen wäre, hatten die US-Behörden die Bundesregierung um Hilfe bei der Behandlung des Amerikaners gebeten. Das Bundesgesundheitsministerium fragte daraufhin in Frankfurt an, weil dort eine von insgesamt sieben Sonderisolierstationen in Deutschland ansässig ist. Im Mai war ein mit Ebola infizierter Amerikaner an der Berliner Charité behandelt worden. Die nicht unerheblichen Behandlungskosten übernähmen Versicherungen, teilte der Ärztliche Direktor der Uniklinik, Jürgen Graf, mit.Abwasser wird gesammelt und neutralisiertFür die Bevölkerung, so Graf, bestehe keinerlei Gefahr einer Ansteckung. Das sei durch die hohen Sicherheitsstandards gewährleistet: Der Patient wird auf der Sonderisolierstation abgeschottet. Die Station ist baulich und organisatorisch vom regulären Klinikbetrieb getrennt, sodass kein Kontakt zu anderen Patienten entsteht.Auch im Umgang mit potentiell kontaminierten Materialien gelten höchste Sicherheitsstandards. Das durch den Patienten entstehende Abwasser wird in speziellen Tanks gesammelt, aufbereitet und neutralisiert, bevor es kontrolliert in die Kanalisation eingeleitet wird. Anfallender Müll – unter anderem gebrauchte Schutzanzüge – wird getrennt gesammelt und durch ein spezialisiertes Unternehmen sicher entsorgt. Darüber hinaus wird die Abluft des Gebäudes durch zwei Filtersysteme gereinigt, bevor sie nach außen geleitet wird.Für die Mitarbeiter der Sonderisolierstation ist die Arbeit emotional und körperlich belastend, sagte Timo Wolf, etwa weil sie die ganze Zeit in Schutzanzügen arbeiten müssten. Doch das Team sei auf solche Ausnahmesituationen durch regelmäßiges Training vorbereitet. Auch der Transport von einem Bundesland ins andere und die Übergabe am Flughafen von hochinfektiösen Patienten werde kontinuierlich geübt, fügte Graf hinzu.Wolf hat schon 2014, als der Infektiologe in Frankfurt anfing, Erfahrung mit der Behandlung eines Ebola-Patienten machen können. Bis heute gibt es kein Gegenmittel oder eine Impfung, im Wesentlichen werden im Krankenhaus die verschiedenen Symptome wie Fieber, Schmerzen am ganzen Körper oder schwere Durchfälle behandelt. Das kann, wie im Fall des Patienten im Jahr 2014, bis zu einem Multiorganversagen führen, das damals eine Beatmung und Dialyse notwendig machte. Doch am Ende konnte der Mann geheilt entlassen werden.