Völkermordprozess in München: Lange Haftstrafen für IS-Pärchen

Ein Prozess von historischer Tragweite ist in München zu Ende gegangen. Verhandelt wurde der Genozid an den Jesiden.

Hinter vorgehaltenem Blatt: Angeklagter im Prozess wegen der Versklavung zweier jesidischer Mädchen

Ehsan Monajati/dpa

Eine große Hoffnung verbindet der Vorsitzende Richter Philipp Stoll mit dem Prozess gegen ein irakisches Ehepaar, der am Montag in München sein Ende findet: Er hoffe, so Stoll in einer Schlussbemerkung, dass das Verfahren zur historischen Aufarbeitung beigetragen habe und dem Volk der Jesiden ein Stück ihres Selbstvertrauens zurückgebe. Denn in der Tat waren es Verbrechen ungeheuerlichen Ausmaßes, derer die beiden Angeklagten beschuldigt worden waren: Völkermord, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen. Von „monströser Gewalt“ hat die Vertreterin der Generalbundesanwaltschaft in ihrem Schlussvortrag gesprochen.